werden konnte, in der erwähnten Kapelle und sperrte ab. Die an einer öffentlichen Bibliothek unverantwortliche Unterlassung jeder Sicherung hatte bereits traurige Folgen gehabt; aus dem Evangeliar (12. Jahrh.) war eines der ganzseitigen Evangelistenbilder, das zu Viehbäcks Zeit laut Katalog noch nicht fehlte, ausgeschnitten worden, ferner hätte ein für einen bekannten Sammler tätiger Agent aus mehreren Handschriften Einblatt-Holzschnitte von den Innenseiten der Deckel abgenommen. Es wurden aber auch, wie das Fehlen mehrerer in Christlbauers Katalog noch verzeichneter Nummern beweist, ganze Handschriften, zum Glück jüngere, weniger wertvolle, entwendet. Einer dieser verlorenen Söhne wurde mir sogar von einem Linzer Tändler ganz unbefangen zum Kauf angeboten. Es war an der Zeit, an die Beschreibung der nunmehr örtlich vereinigten Hss. zu gehen. An Vorarbeiten fand ich nur Viehbäcks bereits erwähntes Verzeichnis, das ganz oberflächlich Hauptinhalt, Schreibstoff und Format angibt (1), und die ebenfalls unzulängliche Beschreibung einer Anzahl von Handschriften in Wattenbachs Archiv, k. u. 10. Bd. vor. (1) Von seiner Hand stammen auch die bisher im Gebrauche gestandenen, von mir in der Konkordanz-Tabelle zusammengestellten Signaturen.