Die Baltische Landeswehr 33 derStoßtrupp : zwei Kompanien, eine Eskadron, eine Maschinen- gewehr-Abteilung, eine Batterie unter Leutnant Baron Hans von Mantenffel, das Detachement Malmede: drei Kompanien, eine Maschinen- gewehr-Kompanie, eine Batterie, Führer: der reichsdeutsche Haupt¬ mann Malmede, das Detachement Graf Eulenburg: zwei Kompanien, eine Eskadron, eine Batterie, Führer: Rittmeister Graf zu Eulenburg, daslettischeBataillonKolpak: drei Kompanien, eine Eska¬ dron, Führer: der ehemalige russische Oberst Kolpak, die russische Abteilung Fürst Steven: zwei Kompanien, eine Kavallerie-Abteilung, Führer: der russische Rittmeister Fürst Anatol Lieven, außerdem zwei kleine baltische Kavallerie-Abteilungen unter Baron von Engelhardt und dem später unrühmlich bekannt gewordenen Ober¬ leutnant Goldfeld sowie einige kleine reichsdeutsche Formationen. Den Ersatz an Offizieren und Mannschaften besorgte, soweit nicht der Zugang aus dem Lande selbst erfolgte, die in Berlin errichtete „Werbestelle Baltenland", die in erster Linie die noch in Deutschland befindlichen Balten ausfindig zu machen und ausgesuchtes reichsdeutsches Ausbildungs¬ personal zu beschaffen suchte. Waffen, Gerät und Geld lieferte das Preußische Kriegsministerium. In der Truppe selbst betätigten sich vielfach ehemalige russische Offiziere unbeschadet ihres früheren Ranges. So führte eine Kompanie der Abteilung (später des Bataillons) Eulenburg ein Oberst¬ leutnant, Baron Kleist, der Kommandeur eines russischen Kavallerie- Regiments gewesen war, ein persönlich tapferer, bei der Truppe sehr be¬ liebter Offizier. In seiner Kompanie war ein ehemaliger russischer Admiral, Baron Rahden, als Zugführer tätig, der den Mandschurischen Krieg mit¬ gemacht, im Weltkrieg eine Infanterie-Brigade befehligt hatte. Er ist später im Nahkampf gefallen. Auch baltische Offiziere, die im deutschen Heere gedient hatten, wirkten an der schnellen Hebung des Kampfwerts der Landeswehr mit, so der Führer der Stoßtruppe Baron Hans Mantenffel, der deutscher Kavallerie¬ offizier gewesen war, und der aus dem Kaiser-Alexander-Garde-Grenadier- Regiment hervorgegangene Baron Rahden, dem die ursprünglich in Mitau formierte Balten-Kompanie unterstand. Dem Wirken der Führer und den errungenen Erfolgen war es zuzu¬ schreiben, daß die Truppe bald das Bewußtsein unbedingter Überlegenheit über den zahlenmäßig stärkeren Gegner gewann. Forschungöanst. f. Kriegs- u. HeereSgesch.: Darstellungen a. d. NachkriegSkämpfen. 3