20 Die Lag« in Nordlitauen und Kurland Das Generalkommando 52 wurde nach Tilsit verlegt, die 45. Reserve- Division weiter um Tauroggen versammelt. Als Aufgabe der beiden Generalkommandos bezeichnete das Oberkommando nunmehr das Vorschieben der eigenen Linien so weit nach Osten, daß die Bahn Libau—Schaulen—Kiejdany deutscherseits wieder benutzt werden konnte, und die Säuberung des Hinterlandes von Bol¬ schewisten und Räuberbanden. Das VI. Reserve-Korps hatte außerdem Goldingen und Windau wieder zu besetzen. Das Stellvertretende General¬ kommando I. Armeekorps behielt die örtliche Grenzsicherung in seinem Bereich. In Litauen standen weiterhin das Zusammengesetzte Reservekorps und das Landwehrkorps^). * Noch ehe dieser Befehl zur Durchführung kam, erwies sich eine grund¬ sätzliche Änderung notwendig, weil K o w n o durch überraschende Be¬ wegungen der Bolschewisten von Norden bedroht und eine Verstärkung des dort stehenden Zusammengesetzten Reservekorps notwendig erschien. Das Oberkommando Nord befahl daher am 13. Februar die Unterstellung der 45. Reserve-Division unter das Zusammengesetzte Reservekorps und den so¬ fortigen Abtransport ihrer verfügbaren Teile nach Kowno. Die Abteilung Weyergang trat zur 45. Reserve-Division über. Der erwartete Angriff auf Kowno blieb indessen aus, die Verschiebung der 45. Reserve-Division wurde aber trotzdem durchgeführt und die Division westlich von Kowno als Reserve bereitgestellt. Damit war eine aktivere Betätigung im Abschnitt des Generalkomman¬ dos 52 zunächst unmöglich. Auch beim VI. Reserve-Korps mußte noch einige Zeit verstreichen, bis die Verhältnisse einigermaßen geordnet und die wichtigste Kampftruppe, die 1. Garde-Reserve-Division, eingetroffen war. An der baltischen Front blieb es daher bei dem allgemeinen, nur durch kleinere Unternehmungen der Deutschen unterbrochenen Stillstand, während dessen die 1. Garde-Reserve-Division sich allmählich näher an die Windau südöstlich von Libau heranschob. ‘) Siche 93b. I, S. 127.