153 zu hören. Die außerordentliche Anwendung dieses jungen Mannes machte ihn bald zu einem der besten unserer Schüler. Seine Sitten sind die untadelhaftesten und auch Gremeri hat der Welt das Zeugnis gegeben, daß man Schauspieler und ein rechtschaffener Mann zu¬ gleich sein kann. Vor vier Monaten hat er der Schauspielkunst auf immer entsagt, schenkt sich nun ganz den Wissenschaften, setzt die Be- suchung der angeführ¬ ten Lesungen fort und nimmt bey unserem geschickten Herrn Professor Maisler Pri¬ vatunterricht in der Philosophie. Soweit Jelma. Cremeri wurde in Linz bei der neu¬ errichteten akademi¬ schen Bibliothek (Bi¬ bliotheca publica) an¬ gestellt, wo er sich, wie er im „Pasquillant“ versichert, an der Seite des Rates und Pro¬ fessors De Luca krank arbeitete. Zugleich scheint er der Heraus¬ geber der zwei periodi- schen Schriften „Der Lachende“ und „Der Ausschreiber“, die aber bald wieder ein¬ gingen , gewesen zu sein. Am 27. April 1778 defendierte er öffentlich Thesen aus den Kameral- und Polizeiwissenschaften und erhielt dafür „zur besonderen Unterscheidung des Allerhöchsten Wohlgefallens“ statt des sonst üblichen Gnadenpfennigs die goldene Gnadenkette, wie er ebenfalls im „Pasquillant“ hervorhebt. Im Jahre 1779 wurde er Bücher-Revisions-Aktuar bei der Regierung in Linz und 1789 Regierungskonzipist. B. D. A. Cremeri (1752—1795). (Nach einem Stiche in der Wiener Hof bibliothek.)