119 lauten, unartigen Geplauder und Getöse nicht allein die Schauspieler stören, sondern auch allen übrigen gesitteten Menschen zur Last werden.“ „Man geht sehr selten ins Schauspielhaus wegen dem Schauspiele; muntere Brüder stellen sich da in irgend einen Platz, der der Schaubühne gegenüber ist, erzählen sich untereinander die Stadtshistörchen, Tagesneuigkeiten und errichteten Kabalen; auf einer andern Seite sind Mütter und Töchter mit Extraliebhabern in feurigsten Unterredungen begriffen; ganze Bomane werden oft mit allen Episoden soweit durchgespielet, daß nur noch das Ende oder die Entwicklung fehlt. Da gibt es nun oft ein Gekirre und Gewirre untereinander, Theater-Interieur im 18. Jahrhundert. (Aus der „Bildergalerie weltlicher Mißbräuche“ von P. Hilarion, Frankfurt und Leipzig 1785.)