94 Brüdern und Elisabethinen und die anderweitig notwendigen öffent¬ lichen Humanitätsanstalten auszuführen. Erst dann kann zum Theater¬ baue geschritten werden. Nun verwendete sich der damalige Regierungspräsident Graf von Rottenhan und so wurde als Ersatz für das zerstörte Theater an der Donau das neue Ballhaus (Redoutensaal) der Stände zu einem Bühnenhause umgestaltet und zu Ende des Jahres 1787 seiner nun¬ mehrigen Bestimmung übergeben. Es maß 14 Klafter in der Länge, 5 Klafter und 4 Schuh in der Breite und 5 Klafter in der Höhe. Die drei Stock¬ werke wurden auf beiden Seiten mit Ga¬ lerien, in der Mitte aber mit Logen ver¬ sehen, und zwar waren im ersten Stockwerk sieben, im zweiten acht, im dritten sechs Logen angebracht. Da die Brücken und Bänke im Parterre weggenommen werden konnten, so ließ sich der Saal jederzeit auch zu Kasinos und Bällen Redoutensaal (Theater) und Gasthof „Zum römischen Kaiser“ beim Brande im Jahre 1800. verwenden. (Nach einem Ölgemälde im Museum.) Wie wil gehört haben, wollte schon im Jahre 1782 Graf Philipp Rosenberg für seine Entreprise den Redoutensaal haben, erhielt ihn aber nicht. Jetzt hatte die Not zu diesem Auswege gezwungen. Es war freilich ein unbequemer Notbehelf und immer mit Feuersgefahr verbunden. Da winkte ein glücklicher Stern. Im Jahre 1792 überreichten die Stände dem Kaiser Franz, als dieser auf seiner Rückreise von der Krönung Linz passierte, 6000 Dukaten als Krönungsgeschenk.