Anhang von jüdischen Kolonisationsgebieten spielten, kommt eine geschichtliche Darstellung dieser Epoche im eigentlichen Sinne des Wortes kaum in Betracht. In der Form einer sich in bescheidenen Grenzen haltenden Ein ­ leitung gelangt diese frühe Epoche in meiner englischen Monographie „History of the Jews in Russia and Poland“ zur Darstellung (Band I, S. 39—65. Philadelphia, Jewish Publication Society of America, 1916). Die Werke von Kraushaar (Historja zydöw w Polsce, Warschau i865), Sternberg (Geschichte der Juden in Polen unter den Piasten und Jagel- lonen, Leipzig 1878) und Nußbaum (Historja iydöw, t. Y, Warschau 1890) sind veraltet und durch die Untersuchung von Schipper über die Wirtschaftsgeschichte der Juden im mittelalterlichen Polen (Studja nad stosunkami gospodarczymi iydöw w Polsce podczas sredniowiecza, Lem ­ berg 1911) weit überholt. Von großer Bedeutung für die Geschichte die ­ ser Epoche sind auch die Monographien von Perles und Balaban über die zwei Hauptgemeinden des alten Polen, Posen und Krakau (Geschichte der Juden in Posen, in der Monatsschrift für Geschichte und Wissen ­ schaft des Judentums, 1864—1865, Sonderausg. 1866; Dzieje zydöw w Krakowie, I, Krak. 1913). 4. Monographien über Einzelprobleme Eine gründliche Bearbeitung haben manche Einzelprobleme der Ge ­ schichte des mittelalterlichen Judentums gefunden. Die Rechtsverhältnisse der Juden in Deutschland und Österreich sind eingehend erforscht in den bereits erwähnten Werken von Stobbe und von Scherer. Die sozial-wirtschaftliche Geschichte der Juden im Zeitraum vom XIII. bis zum XY. Jahrhundert ist in dem zweiten Bande des Werkes von G. Caro (Sozial- und Wirtschaftsgesch. d. Jud. im Mittelalter, Band II: Das spätere Mittelalter, Leipzig 1920) dargestellt, der jedoch erst nach dem Tode des Verfassers erschienen und bedauerlicherweise unvollendet geblieben ist. Für die Geschichte der Gemeindeautonomie kommen als erste, eines gewissen Wertes nicht entbehrende Versuche die bereits zitierte Arbeit von Finkeistein über die Selbstverwaltung sowie die Abhandlung von Epstein über die Responsen des Raschba als ge ­ schichtliche Quelle (The Responsa of R. Salomon ben Adreth, as a source to the history of Spain, London 1925) in Betracht. Die jüdische Kultur ­ geschichte des ausgehenden Mittelalters in Italien und Deutschland ge ­ langt in den zwei letzten Teilen des Werkes von Güdemann (Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der abendländischen Juden wäh ­ rend des Mittelalters, Wien 1888) zur Darstellung. Als Ergänzung dazu sind noch die Abhandlungen über die mittelalterliche Lebensführung von Berliner (Aus dem inneren Leben der deutschen Juden im Mittelalter, Berlin 1900) und von I. Abrahams (Jewish Life in the middle ages, Lon ­ don 1896) zu Rate zu ziehen. Für die Geschichte des Rabbinismus be ­ hält noch immer das Werk von Weiß seinen Wert, dessen fünfter Band