§ 37. Der „Heilige Krieg“ vom Jahre 1391 ten: die „Juderia“ mit ihren prachtvollen altertümlichen Bauten und ihren Warenlagern ging in den Flammen auf, 2000 Männer-, Frauen- und Kinderleichen lagen haufenweise überall auf den Straßen, in den Häusern und in den zerstörten Synagogen, und daneben wan ­ delten gleich lebenden Leichnamen diejenigen, die, von Todesangst getrieben, von dem Glauben ihrer Väter abgefallen waren. Zwei Wo ­ chen nach dem Blutbad von Sevilla kam die Reihe an die Gemeinde der Hauptstadt Toledo (am 17. Tammus). Hier waren es die Rab ­ biner, die als erste „um der Heiligung des Namens willen“ in den Tod gingen; unter anderen ließen beim Blutbad von Toledo auch die Nachkommen des berühmten Talmudforschers Rosch ihr Leben. Nicht gering war jedoch auch die Zahl der Kleinmütigen, die in die Taufe einwilligten. Besonders viele solcher Fahnenflüchtigen wider Willen gab es in Burgos. Das gleiche Los war den Juden in vielen anderen Städten Kastiliens beschieden. Im ganzen verfielen etwa siebzig jü ­ dische Gemeinden der Verheerung. Aus Kastilien griff die antijüdische Bewegung auf Aragonien über, wo eigens zum Zwecke der Verhetzung Emissäre aus dem Haupt ­ quartier von Sevilla eingetroffen waren. Die Vorbeugungsmaßnahmen der Regierung vermochten das Unheil nicht immer abzuwenden. In Valencia brach der christliche Mob in die Juderia mit Binsenkreuzen in den Händen ein und rief: „Bald kommt Martinez nach, um euch alle zu taufen!“ (9. Juli). Die Juden setzten sich zur Wehr, dräng ­ ten die eingebrochenen Raufbolde zu den Toren hinaus, wobei sie einige von ihnen nieder schlugen. Nun erscholl der Schrei: „Die Ju ­ den morden die Christen!“, worauf die christlichen Monopolisten des Mordes die Sperre durchbrachen und von neuem in das jüdische Viertel eindrangen, um es zu zerstören und alle, deren sie habhaft werden konnten und die nicht in die Taufe einwilligten, auf der Stelle niederzumachen. Hierauf stießen die Mordgesellen gegen die „Moreria“, das Mauren viertel, vor, wurden aber durch die auf ge ­ botenen Truppen zurückgeschlagen. Einen Monat später wurde von dem gleichen Lose auch die Hauptstadt Kataloniens, Barcelona, er ­ eilt. Hier fanden die Juden zunächst unter dem Schutze des Stadt ­ hauptmanns und der Ritter in der Zitadelle Zuflucht, der rasend ge ­ wordene Stadtpöbel erhob sich jedoch gegen die Behörden und um ­ zingelte die Feste, die er mit dem Beistand der aus der Umgegend her ­ beigeeilten Bauern bald erstürmte. Als jede Hoffnung auf Rettung