§ 35. Die Erfolge der klerikalen Reaktion schwere Kontribution auf, deren Aufbringung sogar den Verkauf der Verzierungen der Thorarollen notwendig machte. Später gelang es Pedro mit Beistand der Truppen des englischen „schwarzen Prinzen“ und des Emirs von Granada, seinem Widersacher für eine Zeitlang eine Reihe von Städten wieder zu entreißen. Unter diesen wechselvollen Kämpfen hatten die Juden nicht wenig zu leiden. So wurde der Ge ­ meinde von Burgos im Laufe des Krieges noch einmal eine Kontri ­ bution in Höhe von einer Million Maravedi auferlegt, diesmal für die Erlaubnis, in der Stadt zu verbleiben. An manchen Orten war es die christliche Bevölkerung selbst, die ihre jüdischen Mitbürger über ­ fiel, sie ausplünderte und die Synagogen zerstörte (so in Valladolid). Die jahrelangen Wirren sollten erst i36g ein Ende nehmen. Die Truppen des Heinrich belagerten Toledo. Trotz der in der belagerten Hauptstadt herrschenden Hungersnot setzten sich die Juden gemein ­ sam mit der christlichen Bevölkerung tapfer zur Wehr 1 ). Doch galt jetzt der Kampf einer verlorenen Sache. Im März desselben Jahres trug Heinrich bei Montiel einen entscheidenden Sieg über seinen Tod ­ feind davon. Als der unterlegene Pedro mit Heinrich zusammentraf, rief dieser aus: „Da ist er ja, dieser Jude, der Hurensohn, der sich König von Kastilien nennt!“ Auf die Forderung des Befehlshabers der französischen Truppen hin wurde dann der unglückliche Pedro enthauptet. Als Papst Urban V. davon Kenntnis erhielt, ließ er die Bemerkung fallen: „Die Gläubigen können sich darüber nur freuen, daß dieser Tyrann, der sich gegen die Kirche erhob, Juden und Sara ­ zenen aber begünstigte, nun sein Ende gefunden hat“. § 35. Die Erfolge der klerikalen Reaktion Der aus dem Bürgerkrieg als Sieger hervorgegangene Heinrich II. (1369— J ^79) za hlte den Juden ihre Treue Pedro gegenüber da ­ mit heim, daß er ihre schon während der Wirren ruinierten Gemein ­ den aufs neue brandschatzte. Die Eintreibung der Kontribution war 1 ) Der zeitgenössische Schriftsteller Samuel Zarza (Garca) berichtet: „Die heilige Gemeinde von Toledo, die Krone Israels, verlor im Laufe von zwei Mo ­ naten während der Belagerung der Stadt durch Don Heinrich mehr als zehn ­ tausend Menschen, die an Hunger, Not und Kummer zugrunde gingen ... Von Hunger geplagt, nagten die Belagerten am Pergamente der heiligen Bücher, kau ­ ten Leder und Wolle. Viele zogen den Tod durch das Schwert dem Hungertode vor und stürzten sich aus der Stadt in das feindliche Lager“ . . . 16* 243