Die kleineren Zentren und Kolonien im XIII. Jahrhundert 220 stellenden Beschränkungen die Verordnung hinzu, daß die Juden sich nicht als Zoll- und Steuerpächter oder als Münzmeister betätigen durf ­ ten. In Wirklichkeit sollten jedoch all diese Erfindungen der Kleriker für das Los der jüdischen Kolonie in Polen in den nächsten Jahrhun ­ derten keine ernstlichere Bedeutung erlangen. Es ging über ihre Kraft, die von den Landesherren aus staatswirtschaftlichem Interesse begünstigte Kolonisierung Polens durch die zusammen mit den Deut ­ schen aus dem Westen, aus den deutschen und österreichisch-slawi ­ schen Ländern zuwandernden Juden zu unterbinden. Wichtige Fol ­ gen sollte die Begünstigung der jüdischen Einwanderung namentlich im XIV. Jahrhundert zeitigen, als in Polen an Stelle der Teilfürsten ­ tümer die Alleinherrschaft der das zerstückelte Land unter ihrem Zep ­ ter vereinigenden Könige trat. Welche polnischen Städte es waren, in denen sich um jene Zeit jüdische Gemeinden gebildet hatten und ob sich damals in Polen überhaupt ein normales Gemeindeleben entwickeln konnte, darüber geben uns die spärlichen Quellen keinerlei Aufschluß. Es hat sich nur ein indirekter Hinweis darauf erhalten, daß schon zu Beginn des XIII. Jahrhunderts im Lande freilich noch mangelhaft organisierte jüdi ­ sche Gemeinden bestanden. Der Rabbiner Elieser aus Böhmen schreibt nämlich um das Jahr 1210 an R. Jehuda Chassid, den Verfasser des „Buches der Frommen“: „In den meisten Gegenden Polens, Rußlands und Ungarns gibt es keine gelehrten Männer unter den Juden, da diese ihrer armseligen Verhältnisse wegen solche nicht zu erhalten ver ­ mögen. Darum pflegen sie (die Gemeindemitglieder) den ersten besten ihnen in den Weg kommenden Schriftkundigen zugleich als Vorbeter, als Gesetzes- und als Schullehrer anzustellen. Da die Gemeinde den Unterhalt dieser Männer nicht voll bestreiten kann, so ist es Brauch, ihnen die am Purim- und am Simchath-Thora-Feste sowie bei Hoch ­ zeitsfeiern eingesammelten Spenden zur Verfügung zu stellen. Wenn man ihnen (den Rabbinern) diese Unterstützung entziehen wollte, so müßten sie mangels Existenzmitteln ihren Ämtern entsagen und die Gemeinden würden dann ohne Unterweisung, ohne Gottesdienst und ohne Belehrung bleiben“. Unter den westlichen Rabbinern scheint es eben um jene Zeit noch wenig kühne Pioniere gegeben zu haben, die sich zwecks Errichtung neuer Heimstätten der nationalen Kultur in diese entlegenen östlichen Kolonien hinausgewagt hätten. Die sich nur langsam entfaltenden Gemeinden bezogen lange Zeit ihre geistige Nah ­