42 Der Dufstsnd der südostbsyerischen Lauern vor 300 Jahren. Von Oberarchivrat Or. Mitterwieser in München. In dem langen Dreißigjährigen Kriege gibt es manches Ereignis, das in der Fülle dieses Zeitab ­ schnittes an Geschehnissen bisher nicht allzu viele Beach ­ tung gefunden hat. Ein solches ist der Aufstand der bayerischen Bauern im Winter 1633 auf 1634. Es hat zwar der Altmeister der bayerischen Geschichte S. Riezler diesen in den Sitzungsberichten der historischen Classe der k. b. Akademie der Wissenschaften 1900* auf 62 Seiten behandelt. Aber ins Volk ist diese Abhandlung noch lange nicht gedrungen. Ihr folgend und ergänzendes Aktenstudium anfügend will ich versuchen, die Sache ohne epische Breite zu schildern. Der Grund zum Aufstand der Bauern rechts und links vom Inn im genannten Winter lag in dem Mangel an Ordnung auch im Heere des Kurfürsten Maximilian I. Nach den Unglückstagen von Breitenfeld und Rain war die strenge Zucht Tillys aus dem ligistischen Heere ver ­ schwunden. Mit Angst sahen daher die Bauern den Winterquartieren entgegen. Kasernen gab es damals noch nicht, also mußte der abgekämpfte Soldat bei Bürger und Bauer im Winter sich erholen. Die Reiter legte man wegen der Fütterung der Gäule am liebsten aufs Land. Für den Winter 1633 auf 1634 sollte für die ligistischen Truppen die Gegend rechts und links vom Inn darankommen. Dort war die Bevölkerung schon vorher etwas un ­ ruhig. Als von den Kroaten, die nach dem Schweden ­ einfall 1632 der Kurfürst ins Schloß Rosenheim gelegt, etliche „vielleicht spaciers weis" bis Riedering gekommen waren, entstand schon ein Auflauf gegen sie (GR. 1230/6). Zu Wasserburg waren im Spätsommer 1633 Bau ­ ern beim Schanzen „widersässig". Im Gericht Wasser ­ burg hatte nach den rentmeisterlichen Umrittsprotokollen Heft l, S. 33—95. Dort find auch die meisten archwalischen Quellen für meine Arbeit zu suchen.