Mt Entwicklung Wgfferburgs im Mittelalter. Lin lÖPttrag zur Verfassungsgeschichtp der bayprischpn Städtp. Von Archivreferendar Werner Schultheiß, München. Aehnlich Burghausen' verdankte Wasserburg^ seine Entstehung einem bayerischen Grafengeschlecht. Dort war der Markt, der im Verlaufe der Zeit die nahe ge ­ legene, ältere bäuerliche Siedlung bei St. Johann auf ­ saugte, von der Burg aus gegründet worden. Hier fand sich schon eine bis dahin unbedeutende Ansiedlung vor, Hohenau genannt, neben der wegen der günstigen strategischen Lage des Ortes gegen Ende des 11. Jahr ­ hunderts die Grafen jener Gegend eine Burg anlegten. Das „castruin" wurde der Kristallisationskern der ent ­ stehenden Siedlung. Unter den Grafen erlebte das von ihnen grundherrschaftlich abhängige Dorf Hohenau die Entwicklung zum Markt und zur Stadt. Die Abstammung dieses edelfreien Geschlechts ist nicht sicher zu bestimmen. Riezlerb brachte es mit der im Chiemgau ansässigen und dort reich begüterten Familie der „Aribonen" oder „Sigharde" in Verbindung, von der sich auch die Burghauser Grafen ableiteten. Schon Aventin schloß aus der Gründung des Klosters Attel durch einen Hallgrafen Arnold aus dem Hause Diessen- Andechs und durch die Wiederherstellung dieser Abtei durch den Hallgrafen Engelbert von Attel-Limburg auf die Zusammengehörigkeit beider Familien''. Neuerdings 1) Vgl. meine Studie über die „Entwicklung der Grafschaft und Stadt Burghausen" in den Brgh. Geschichtsblättern 1931. 2) Fr. Aeithofer, Geschichte der Stadt Wasserburg. W. 1814; A. Mitterwieser, Altwasserburg am Änn und sein Schloß (Mch. 1928), S. 7-13: Die Gründung von Wasserburg- ders., Aus den alten Pfleggerichten Wasserburg und Kling. 2. Ausl. (W. 1927), S. 1-11: Die alten Grafen von Wasserburg. 3) Geschichte Baierns I 2 (1927), S. 573 ff. 4 ) Vgl. F. Martin, Die kirchliche Voglei im Erzstifte Salzburg. Mitt. d. Ges. f. Salzburger Landeskunde 46 (1906), S. 400 ff. Am Schluffe ein Stammbaum der Grafen von Wasserburg.