54 heit abgespielt hatte, wollte er, einen schlimmen Ausgang ahnend, vom Schauplatze abtreten. Die Ischler aber, froh, dass sie ihren Leitstern endlich wieder hatten, nöthigten ihn, das Richteramt gegen die Verfügungen des Salzamtmannes wieder zu übernehmen. Zugleich aber versprachen sie ihm, bei ihm treu bis zum Aeußersten auszuhalten.1) Vermittlungsversuche der Stände. Mittlerweile hatten die Stände ob der Enns Commissäre deputiert, um den Gang der Dinge zu untersuchen. Bei diesen nahmen nun Joachim Schwärzl und Hans Pernember eine lange Audienz, in der sie die Schuld des Aufstandes einzig und allein dem Salzamtmanne zuschrieben.2) Joachim Schwärzl richtete nun ein ganz militärisches Regiment ein. Er bestellte Viertel- und Rottenmeister, ließ bei Tag und Nacht Wachen aufstellen, um gegen einen Handstreich insbesondere von Seite des Pflegers zu Wüdenstein gesichert zu sein. Pulver und Blei wurde gekauft.3) Da es mit der Bewaffnung ziemlich schlecht aussah, so mussten es die Ischler als einen großen militärischen Erfolg ansehen, als es ihnen gelang, in der Gosaumuhle etwa 20 Spieße und Musketen auszuspähen, die der Pfleger zu Wildenstein bei seinem kläg¬ lichen Rückzuge daselbst unbemerkt hatte deponieren lassen. Diese wurden nun im Triumphe nach Ischl gebracht. Auch bei dem Gerichtsdiener in Goisern fand man eine „Truhe" voll Waffen.4) Morgens und abends nun wurde zum Gebete wie im *) Schwärzls Process-Acten. - Das Schreiben der Ischler an die nieder¬ österreichische Kammer vom 8. September 1601. K. k. R. F. A. * 2) 6. August 1601, Gmunden. Veit Spindler an die Commissäre" der Stände. — K. k. R. F. A. Copie. 3) Schwärzls Process-Acten. — K. k. R. F. A. 4) 7. August 1601, Ischl. Georg Nuz an den Pfleger zu Wildenstein — K. k. R. F. A. Orig.