89 Pfleger Johann Wilhelm Lueger hat das Kirchlein 1626 erbaut und bald darauf zog ein Waldbruder, der aus dein Würzburgischcn ge ­ kommen war, droben ein und fristete sein Dasein von den Almosen, die er bei den Pilgern, die über den Falkenstein zogen, sich erbettelte. Später richteten sich gar zwei Klausner gleichzeitig dort ihr Quartier und führten ein Leben in stiller Beschaulichkeit. Sobald einer genug hatte, trat ein anderer an seine Stelle. Zu Zeiten, wenn die Wall ­ fahrer ausblieben, stiegen die Klausner zu Tal und bettelten bei den Bauern von Tür zu Tür. Erst die bayrische Herrschaft hat (1S12) ihrem unnützen Treiben ein Ende gemacht. Einer von ihnen, Jakob Rieder (1684—1717), soll durch die vielen teuflischen Anfechtungen, die er tapfer bestanden, in der Umgebung Aufsehen erregt haben?) Die Poesie des Eremitenlebens hat später noch manchen Menschen hinanfgelockt zur stillen Falkensteinklause. Und einer hat es sogar verstanden, im Nachempfinden die Stimmung, die einst den ersten Klausner dort oben in seiner Einsamkeit befangen, in schönen Versen zu besingen: I. V. Scheffel in seinen Bergpsalmen. Die Berg ­ psalmen sind auch ein Denkmal, ein „Wahrzeichen vom Abersee" und dauernder als die von Stein und Erz. Wir sind an: Schlüsse. Ziemlich regellos haben wir die Bilder ®<M- aus der Geschichte von Hüttenstein aneinandergefügt, ohne ans die zeitliche Reihenfolge der Ereignisse viel Rücksicht zu nehmen. Aus dein gegebenen Stoff, der an sich schon fadenscheinig genug ist, war über ­ dies eine Auswahl notwendig, die der Darstellung ein gewisses Gleich ­ gewicht geben sollte. So ist diese Schrift entstanden, und wenn sie trotzdem dem Leser einen Begriff von dem Leben und Treiben, wie es in diesem kleinen Winkel der Welt in vergangenen Zeiten gewesen, zu bieten vermag, dann hat sie ihren Zweck erfüllt. 9 Dürlinger, Histor.-statist. Handbuch, S. 401 ff.