43 Linz ausgeliefert und dort geköpft?) In kurzer Zeit war das Salz- kammergut — wenigstens äußerlich — wieder katholisch. Der Fadinger-Aufstand von 1626 fand keine Begeisterung mehr, weder im Salzkammergut noch im Wildeneggischen. Ein beabsichtigter Einfall der in St. Georgen versammelten Bauern nach St. Wolfgang unterblieb wegen der Schwierigkeit, dorthin zu gelangen?) Ihre Auf ­ forderung zur Hilfeleistung war auch bei den Mvndseern unbeachtet geblieben. Weit größer war die Gefahr der Weiterverbreitung von Gmunden ans ins innere Salzkammergut. Dort hatte man aber, tvie gesagt, keine Lust, die vor 25 Jahren gemachten Erfahrungen ein zweites Mal durchzukosten, wenn auch die Neigung zum evangelischen Glauben noch keineswegs erloschen war. Der Salzamtmann von Gmunden, Georg Prugglacher, hatte wohl kein Verdienst daran, daß feine Leute ruhig blieben. Er brachte seine Sachen beizeiten in Sicher ­ heit, und zwar unter salzburgischen Schutz, nach St. Gilgen. Von hier, später von Strobl aus leitete er die Gmundener Amtsgeschäfte so gut es eben ging. Als es gelungen war, den Jschler Riglsperger, einen gefährlichen Aufwiegler, zu verhaften, ging Prugglacher nach Ischl und begann nun die Verteidigung der Gebirgspässe im Wilden ­ steinischen einzurichten. Er ritt von Ort zu Ort, die katholischen Männer zu ihrer Pflicht aufzurufen. Aber nur wenige sind ihm gefolgt. Hingegen schickte St. Wolfgang 50 mit Musketen ausgerüstete Bürger?) Mit diesen Leuten und 320 Mann kaiserlicher Hilfstruppen sperrte er die Pässe in Weißenbach und Ebcnsee. Die Wolfganger Mannschaft beteiligte sich überdies beim Einsangen des Bauernführers Hämel. Als Belohnung für ihr wackeres Verhalten verlieh Kurfürst Maximilian von Bayern dem Markt die Freiheit von jeglicher Ein ­ quartierung und sonstigen Kriegslasten? Das salzburgische Gebiet ist weder diesmal noch in späteren Jahren (1632, 1648, 1662) an den oberösterreichischen Unruhen beteiligt. Hingegen ist Mondsee noch so manches Mal, besonders 1662, heimgesucht worden. St. Wolfgang st Zauner-Gärtner, I. o. I, 77ff. 0 Es wäre unmöglich gewesen, ohne salzburgisches Gebiet zu betreten, und dieses wollte man durchaus vermeiden. Vgl. Stieve, Der oberösterreichische Bauernaufstand 1626, S. 88 sf. 3 ) Czerny, Bilder aus der Zeit der Bauernunruhen, S. 116 ff. 4 ) Die Urkunde, vom 31. Oktober 1626 datiert, ist abgedruckt im Chron. Lunael., p. 374 ff.