10 Talgau; letztere wird schon um das Jahr 700 als dem Frauenstift Nonnberg gehörig genannt. 1182 kam Talgau an das Domkapitel, das auch am Abersee Güter besaß, am Unterste in Strobl und in der Schnmlnau beim Krotensee. Wie im Hüttensteiner Gerichtsbezirk St. Gilgen, so ist im benachbarten Gericht Wartenfels die Faistenau der Ort der ältesten kirchlichen Abzweigung von Talgau. Hier ist im Jahre 1324 von den edlen Herren von Thurn ein Gotteshaus erbaut worden?) Alle übrigen Kirchen der Gegend sind beträchtlich jünger. Im Wartenfelser Gericht wird Hof 1502 zum erstenmal genannt, die Ebenau bekam (für die Arbeiter des dortigen Messingwerks) 1702, Hintersee 1785, Fuschl 1802 seine Kirche. Im Hüttensteinischen ist Strobl erst 1761 von St. Gilgen losgetrennt und mit seiner neuen Kirche zum Vikariat erhoben worden. Also hat bis aus Ende des 18. Jahrhunderts hier die eine und einzige Kirche von St. Gilgen dem religiösen Bedürfnis der Bevölkerung genügt,^) eine Tatsache, die in der dünnen Besiedlung und wohl auch in der Armut des Volkes seine Erklärung findet. Verwaltung. Wie in der älteren Zeit, so ist auch im 14. und 15. Jahrhun ­ dert unsere Kunde von diesem Landstrich über die Maßen dürftig. Was wir wissen, ist lediglich wirtschaftlicher Natur oder betrifft die Verwaltung des Landes. Wir sind da hauptsächlich auf die kurzen Notizen in den Salzburger Urbarien angewiesen. Wir finden dort die Einkünfte aus dem landesfürstlichen Grundbesitz verzeichnet, zu dem ja auch ein guter Teil des Landes am Abersee gehörte. Die Verwaltung der Urbargüter (der erzbischöflichen Eigengüter) war Sache der Urbar- aullleute, die neben der Einhebung der Stift und sonstigen Abgaben der Grnndholden auch die niedere Gerichtsbarkeit über diese auszilüben hatten. Bis um das Jahr 1600 unterstanden die Hüttensteiner Urbar ­ leute den: Amtmann von Talgau, doch nicht in gerichtlichen, sondern lediglich in Sachen der Verwaltung. Die Gerichtsbarkeit hatte seit der Errichtung des Hüttensteiner Gerichts der vom Landesfürsten dort ein- 0 Davon soll heute noch ein großer Teil erhalten sein. Vgl. Schindler, Soziales Wirken V, 260 ss. und Meiller, Regg., S. 491, 21. 21. 2 ) Und auch die Erbauung der Strobler Kirche soll angeblich nicht aus einem vorhandenen Bedürfnis, sondern vielmehr zur Verhütung der Ausbreitung des Protestantismus geschehen sein. Dies scheint jedoch bloß ein Vorwand zu sein, um die Sache etwas interessanter zu machen. Vgl. Zauner-Gärtner, Neue Chronik V, 169.