Äns vorgeschichtlicher Zeit hat sich an den Ufern des Abersees Vorgeschichte, keinerlei Spur menschlichen Lebens erhalten. Die Tatsache, daß wohl in der tveiteren Umgebung, am Mond- und Attersee/) in der Burgau, in Ischl und Hallstatt Reste von Ansiedlungen aus prähistorischer und der Römerzeit gefunden wurden, an unserem See aber nicht, läßt uns vermuten, daß das Waldland um den Abersee, wenn es überhaupt bewohnt war und nicht etwa nur auf Verbindungswegen zwischen dem Mondsee uno den Abtenauer Bergen von Menschen betreten wurde, überaus spärlich besiedelt war. Auch die Namen der Berge, des Sees und seiner Zuflüsse, die durchwegs germanischen Ursprungs sind, können zur Lösung der Frage nichts Wesentliches beitragen. Zur Rönierzeit führte eine Straße von Salzburg über Talgau und Mondsee nach Seewalchen am Attersee?) Eine Verbindung zwischen Salzburg und dem Abersee, über die Gnigl und Hof, in damaliger Zeit 3 ) hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Es spricht dagegen schon das späte Entstehen und die langsame Ent ­ wicklung des Dorfes St. Gilgen am Abersee sowie aller anderen Ortschaften, die an diesem Wege liegen, eine Erscheinung, die gerade ans der Abgeschlossenheit vom großen Verkehrswege §it erklären sein dürfte. Die Straße von Salzburg über Hof nach St. Gilgen ist erst von Erzbischof Wolf Dietrich, und zwar als Salzstraße angelegt * 2 L ) Richter, Verzeichnis der Fundstellen. Jahresber. d. Mus. Carol. August. 1871 und Widmann, Geschichte Salzburgs I, S. 3. 2 ) Schmid, Beiträge zur Geschichte Mondsees. Stud. u. Mitteil., 3. Jg., II, S. 131. Vgl. Zillner, Die salzburgischen Marktflecken. Mitteil. d. Ges. f. Salzb. Landest. 1894. 0) Widmann, 1. 6., S. 33, nimmt das Bestehen eines Verkehrsweges von Salzburg über St. Gilgen nach Ischl schon in römischer Zeit als möglich an. v. Frisch, Kulturgeschichtl. Bilder vom Abersee. 1