Westfront: Entschluß zum Ausweichen in die Siegfried-Stellung. 615 die Möglichkeit zu taktischen, wenn möglich zu strategischen Erfolgen zu verschaffen. „Wir kennen die große Überlegenheit der Entente auf der Westfront. Neuerdings stellt aber auch Rußland Neuformationen auf. Wie viele, wisien wir noch nicht, auch müsien wir mit zehn rumänischen Divisionen noch rechnen. „Wir stehen vor einer großen feindlichen Offensive zunächst in Italien, dann wohl im Elsaß und an weiteren drei Punkten der Westfront, etwas später wird der Angriff einsetzen an der Ost- und Siebenbürgischen Front. Schon im März wird der Kampf auf West- und Ostfront in vollem Gange sein. „Wir werden die Angriffe abweisen, aber wir haben nur wenig Reserven, um etwaige Rückschläge auszugleichen oder, was angestrebt werden muß, selbst anzugreifen. Wir liegen in unserer langen Stellung im wesentlichen operativ fest. Es kommt auch hinzu, daß die Munitions- läge noch nicht derart ist, um im März einem Angriff auf allen Fronten die erforderliche Munition entgegenzustellen. „Wir müssen die feindlichen Angriffe hinausschieben und Reserven gewinnen und damit größere Sicherheit in den Operationen und operative Freiheit. Dies ist nur möglich, wenn wir an einer Stelle unsere Front durch Zurückgehen kürzen. Dies kann bei Heeresgruppe Kronprinz Rupp- recht durch Zurückgehen in die Siegsried-Stellung verwirklicht werden, Angriff an dieser Stelle wird bis Ende April hinausgeschoben. „Wir sparen dadurch nach Meldung der Heeresgruppe 13 Infanterie- Divisionen und über 50 schwere Batterien und ebensoviel Feldartillerie. „Es kommt hinzu, daß Lage bei der I.Armee von Armee und Heeres- gmppe nicht günstig angesehen wird, sowohl Stellungsbau als auch Zustand der Truppe. „Den Vogen der 1. Armee zu halten, ist auf die Dauer nicht möglich, er müßte aufgegeben werden, das steht unbedingt fest. Bleibt man hierbei stehen, so erreicht man bereits gewisse Vorteile — Ersparnis von sechs Divisionen und entsprechende Artillerie —, aber etwas Ganzes wird nicht erreicht, dies ist in operativer Beziehung nur der Fall, wenn Siegfried- Stellung gewählt wird. „Militärische Nachteile sind damit nicht verbunden. Die Truppe kommt darüber hinweg, wenn sie wirklich geführt wird. Zudem sind Vor- bereitungen bereits seit langem getroffen und können planmäßig weiter- gehen. Der Rückzug muß im März ausgeführt werden. „Politische Nachteile sind gewiß vorhanden, aber der Engländer ist von Gallipoli zurückgegangen, wir gingen von Warschau zurück. Geschadet 33*