456 O. H. L.: Unterseekrieg und Friedensangebot. sichtslosen !l°Voot-Krieges Ende Januar"; hierüber könne nur „unter Ve- rücksichtigung der alsdann bestehenden Gesamtlage, heute also noch nicht, endgültig entschieden werden". In einer handschriftlichen Aufzeichnung, die er in jenen Tagen niederschrieb, führte er mit Bezug auf die neu geäußerten Wünsche der Obersten Heeresleitung aus: „Die Oberste Heeresleitung macht nachträglich ihre Zustimmung (zum Friedensangebot) von drei neuen Voraussetzungen abhängig. Abgesehen davon, daß ein solches nachträgliches Verlangen mit den Vorgängen nicht wohl vereinbar erscheint, ist zu diesen Voraussetzungen folgendes zu bemerken: 1. Die Fortsetzung der mili- tärischen Operationen zu Lande und zu Wasser ist selbstverständlich... 2. Gegen den Armeebefehl in der dargelegten Form ist nichts zu bemerken. 3. Die Bedingung, daß die politische Leitung mit Herbeiführung eines Friedens rechnet, den Deutschland braucht, läßt infolge ihrer Unbestimmt- heit und wegen der Verschiedenheit der Beurteilung der an einen brauch- baren Frieden zu stellenden Anforderungen keine Präzise Stellungnahme zu..." I!.Dezember. Am 12.Dezember wurde das Friedensangebot den diplomatischen Vertretern der Vereinigten Staa- ten, Spaniens und der Schweiz überreicht und gleich¬ zeitig veröffentlicht. Das Angebot wies auf die großen Erfolge der Mittel- mächte hin, die ihnen die Berechtigung gäben, auch in Zukunft eine weitere günstige Entwicklung der Lage zu erhoffen. Dann hieß es: „Getragen von dem Bewußtsein ihrer militärischen und wirtschaftlichen Kraft, und bereit, den ihnen aufgezwungenen Kampf nötigenfalls bis zum äußersten fort- zusetzen, zugleich aber von dem Wunsch beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhüten und den Greueln des Krieges ein Ende zu machen, schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen ein¬ zutreten. Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mitbringen werden und die darauf gerichtet find, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden nach ihrer Überzeugung eine geeignete Grund- läge für die Herstellung eines dauerhaften Friedens. — Wenn trotz dieses Anerbietens zu Frieden und Versöhnung der Kampf fortdauern sollte, so sind die vier verbündeten Mächte entschlossen, ihn bis zum siegreichen Ende zu führen. Sie lehnen aber feierlich jede Verantwortung dafür vor der Menschheit und der Geschichte ab." In Volk und Heer wurde das Friedensangebot teils zweifelnd, teils aber auch hoffnungsfreudig aufgenommen. £lm über seine Einwirkung auf den Kampfgeist der Truppe klar zu sehen, hatte die Oberste Heeresleitung Äußerungen der obersten Kommandostellen eingefordert. Das Ergebnis