402 Die Kämpfe an der russischen Front. ».Januar, vollständig. Es muß die Sache zu Ende geführt werden!" General von Scholtz entschloß sich, dem Gegner zuvorzukommen. Cr hoffte, die russische Front westlich vom Vabit-See bis zum Rigaer Meerbusen durchstoßen und damit den Verlauf der eigenen Front wesentlich verkürzen zu können. Auch der Oberbefehlshaber Ost war der Ansicht, dem Feinde müsse zum Bewußtsein gebracht werden, daß Schläge von ihm sofort mit harten Gegenschlägen erwidert würden. Zur Durchführung gab die Ober st e Heeresleitung noch die bereits für den Westen be- stimmte 1. Reserve-Division frei. Da sie aber an der Düna-Front erst durch die anrollende 2. bayerische Landwehr-Division abgelöst werden mußte, konnte mit ihr erst am 19. Januar gerechnet werden. General von Pappritz setzte die Division auf Grund der Angriffsanweisung der 8. Armee unmittelbar westlich der Aa ein, um zusammen mit der 2. In- fanterie-Diviston beiderseits des Flusses über die alten Stellungen hinaus bis zur Linie Plügge—Assern vorzustoßen'). Vom Gegner schienen West- lich der Bahn nach Riga bis zur Aa das VI. sibirische Korps, acht Letten- Regimenter und wahrscheinlich die 38. Division zu stehen, westlich der Aa bis zur Küste des XXXXIII. Korps. Die Angriffstruppen der Gruppe Mitau setzten sich im ganzen aus 62, zum großen Teil durch die vorher- gegangenen Kämpfe hart mitgenommenen, noch nicht aufgefüllten Vatail- lonen zusammen. Davon waren im eigentlichen Angriffsraum beiderseits der Aa 39 Bataillone eingesetzt. Sie hatten also starke zahlenmäßige Über¬ legenheit vor sich. 23. Januar. Am 23. Januar mit Hellwerden setzte das deutsche Artilleriefeuer aus 352 Geschützen, davon 133 mittleren und schweren, ein. Die Wirkung in dem auf weiten Strecken mit dichtem Walde bestandenen Angriffsgelände reichte aber nicht aus. Die 2. Infanterie-Division unter Generalmajor Reiser hatte daher zunächst nur an ihren äußeren Flügeln Erfolg; die Mitte kam erst in den Nachmittagsstunden vorwärts, als der Flankendruck von der Aa her sich fühlbar machte. Es gelang, Teile der alten deutschen Blockhausstel- lung im Mangaler Bruch wieder zu gewinnen. Die 1. Reserve-Division unter Generalleutnant von Malachowski, westlich der Aa, gewann ebenfalls nur langsam Raum; in schweren, in die Nacht hinein fortgesetzten Kämpfen gelangte sie bei Parup auf gleiche Höhe mit der 2. Infanterie-Division. 24. Jannar. Auch am 24. Januar kam der gegen das Dünengelände am Mangaler Bruch i) Wer die Führung des Angriffs waren Gen. von Pappritz und A. O. K. 5 verschiedener Ansicht gewesen. Crsterer hatte beide Divisionen östlich der Aa ein¬ setzen wollen (Mitteilung des jetzigen Genlts. a. D. Nehbel vom Aug. 1937).