376 Die Kämpfe an der russischen Front: Vrussilow-Offensive. Gruppe Marwitz lagen „nach vorsichtiger Schätzung" über 12 000 tote Rüsten'). Am Abend des 16. September meldete der Oberbefehlshaber Ost der Obersten Heeresleitung, er sähe die Lage bei der Heeresgruppe Linsingen wie auf dem Südflügel bei der ö.°u. 2.Armee „durchaus zuver¬ sichtlich" an. Als darauf am folgenden Tage die Heeresgruppe Erzherzog Karl um Unterstützung bat, um sie der heftig angegriffenen Südarmee zuzu- führen, stellte er die bei Lemberg bereitgestellten Teile (ein Regiment nebst Artillerie) der 49. Neserve-Division zur Verfügung^). Nach dem schweren Aderlaß des 16. September setzte der Gegner seine Angriffe an den beiden folgenden Tagen nicht fort, abgesehen von schwächeren Angriffsversuchen bei der 10. Landwehr-Division, die aber bereits im Feuer der Artillerie erstickt wurden. Cs lagen Nachrichten vor, daß er das im Räume von Luek eingesetzte IV. sibirische Korps hinter die Front gezogen habe. Unterdessen nahm bei der Armeegruppe Bernhard i eine aus preußischen, bayerischen und österreichisch-ungarischen Truppen zusammen- M Se't«nber Öe^e Angriffsgruppe unter General Clausius am 18. September einen e em er. über den Stochod vorgeschobenen russischen Brückenkopf. Der Gegner verlor mehr als 2500 Gefangene sowie 17 Maschinengewehre. Am 19. September nahmen die Russen ihre Durchbruchsversuche gegen die Gmppe Marwitz wieder auf, die sie durch starkes, bis zum Trommel- feuer gesteigertes Artilleriefeuer vorbereiteten. Im Abschnitt Pustomyty— Szelwow wurden sie verlustreich abgewiesen; in den übrigen Abschnitten waren ihre Truppen unter dem wirksamen Abwehrfeuer augensichtlich nicht zum Angriff zu bringen, auch nicht, als russische Artillerie ihre eigenen Gräben mit Feuer belegte. Anter Benutzung der Dunkelheit begann der Gegner am folgenden Tage von 4 Ahr früh an mit einheitlichen Angriffen gegen fast die ganze Front der Gruppe Marwitz. Er setzte Massen von Infanterie ein; es kam zu erbitterten Kämpfen. Räch Gefangenenaussagen sollte unter den Augen des Zaren, der selbst an der Front weilte^), der Durchbruch auf Wladimir-Wolynsk und damit der Fall von Kowel er- zwungen werden. Gefangene, insgesamt 760, waren von je zwei Regi- mentern aller Garde-Divisionen, der 15. Division (VIII. Korps) und der 2. und 4. Schützen-Division (XXXX. Korps). Einbrüche beiderseits von *) Kr. Tgb. der Hgr. Linsingen. 2) Je ein weiteres Regt, befand sich bei der ö.-u. 2.Armee (Gruppe Eben) und der Hgr. Linsingen. 3) Ob diese Angabe zutreffend war, war nicht festzustellen.