304 Der Feldzug gegen Rumänien: Eroberung der Walachei. 9. Armee in dem Streben, dennoch im Gebirge stehenden Rumänen den Rück- zug abzuschneiden, die Verbindung mit der Donau-Armee wieder verlieren könne; sie wurde daher angewiesen, Anschluß zur Nachbar-Armee zu halten. 0 Dezember 5. Dezember gelangte die 115. Infanterie-Division südlich von Sabareni an die Dambovita und damit bis an den Fortsgürtel von Bukarest, das Kavalleriekorps, bei dem am Tage vorher die 2. Radfahrer- Brigade eingetroffen war, im Anschluß an die 109. Infanterie-Division in die Gegend von Buftea. Teile der 7.Kavallerie-Division stießen noch am späten Abend bis Mogosoaia vor; das dortige Fort war unbesetzt und ohne Geschütze. Auf die Nachricht hiervon alarmierte General Graf Schmettow seine beiden Divisionen: die 7. sollte auf der hinter dem Forts-Gürtel entlang führenden Ringstraße nach Osten vorgehen, die 6. ihr folgen, um die Fortslinie aufzurollen. General Kühne alarmierte die 115. und 109. Infanterie-Division. In den frühen Morgenstunden des 6. Dezember brachen Teile von ihnen nach leichten Gefechten zwischen Chiajna und Mogosoaia in die Fortslinie ein. Je eine Patrouille der 7. Kavallerie- Division und der 2. Radfahrer-Brigade waren inzwischen bereits in die Stadt eingedrungen. Zwei Kompagnien und eine Batterie der 109. In¬ fanterie-Division folgten. Versprengte Teile des Feindes zogen sich eiligst zurück, die Einwohner empfingen die deutschen Truppen ruhig und entgegen- kommend. Rur beim Aufrollen der nördlichen Fortslinie kam es noch zu Kämpfen. Auch das zunächst geräumte Fort Mogosoaia war vom Gegner wieder besetzt worden und mußte von Teilen der 109. Infanterie-Division genommen werden. Der linke Flügel der Donau-Armee (11. bayerische Infanterie-Division) hatte inzwischen die Stadt durchschritten und die Ost- forts besetzt. Die Rumänen wichen in nördlicher und nordöstlicher Rich- tung. Mit den ersten Truppen traf Generalfeldmarschall von Mackensen nachmittags in der feindlichen Hauptstadt ein. Sein an den „Kommandanten der Festung Bukarest" gerichteter Brief war vom Befehlshaber der rumä- nischen Truppen uneröffnet zurückgesandt worden, da Bukarest keine Festung sei und daher auch keinen Kommandanten habe. Die Bewegungen des linken Flügels der 9. Armee, Teile der Gruppe Kühne, Gruppen Krafft, Morgen und Staads, hatten sich nicht so rasch vollzogen wie General von Falkenhayn gehofft hatte. Sie wurden behindert durch zähen, feindlichen Widerstand auf allen Marsch- straßen, durch grundlose Wege und planmäßige Zerstörung der Über- gänge über die zahlreichen Abschnitte, die zu kreuzen waren. Bis zum Abend des 5. Dezember hatte sich folgende Lage ergeben: Auf dem linken Flügel der Gruppe Kühne war die über Titu nach Osten vormarschierende