Grundlegende Weisung der Obersten Kriegsleitung. 263 West-Divistonen im Auge behalten werden müsse. Ähnlich lägen die Ver- Hältnisse auch auf österreichisch-ungarischer Seite, was die Unterstützung der Südwestfront anlange. Vielleicht aber wäre es doch möglich, aus der ö.-u. 7.und I.Armee je eine deutsche Division freizumachen, sobald die dortigen Truppen gefestigt wären. Auch das Heranführen von Truppen der Alpen- front werde zur Erwägung gestellt. „Sollte die Gesamtlage auf der Ost- und Westfront zu Anfang Dezember es irgend ausführbar erscheinen lassen, weitere deutsche Kräfte dem jetzt im Vordergrund stehenden rumänischen Kriegsschauplatz zuzuführen, so wird es unbedingt geschehen." 2. Vormarsch und kämpfe der Armee. a) Vorbereitungen. Karte 4, Skizze 19. Anfang November standen die Truppen der 9. Armee, in einer Breite '•618 von mehr als 300 Kilometern an den Pässen der Transsilvanischen Alpen verteilt, einem an Gesamtzähl etwa gleichstarken Gegner (rumänische 1. und 2. Armee) gegenüber. Cin Zusammenwirken der einzelnen Teile und Aus- Nutzung der vorhandenen artilleristischen Überlegenheit war aber erst mög- lich, wenn man die von hohen, meist bewaldeten Gebirgszügen begleiteten engen Gebirgstäler hinter sich hatte. Während der Feind am stärksten vor dem Ostflügel an den von Kronstadt über das Gebirge führenden Straßen stand, war General von Falkenhayn im Begriff, seinen Westflügel am Szurduk-Paß stark zu machen, um sich hier, wo der Feind am schwächsten und das Gebirge am schmälsten war, den Einbruch zu sichern. Es mußte aber gleichzeitig auch an allen anderen Paßstraßen angegriffen werden, da- mit dem Gegner die Möglichkeit genommen wurde, seine Kräfte zu ver- schieben und sich mit Übermacht auf die zuerst aus dem Gebirge tretende Gruppe zu stürzen. Der allgemeine Angriff war für den 5.November in Aussicht genommen. Am Szurduk-Paß übernahm am 1. November Generalleutnant Kühne den Befehl. Eine Aussprache mit ihm, zu der an diesem Tage General von Falkenhayn eingetroffen war, ergab, daß die Vorbereitungen, vor allem wegen der noch erforderlichen Wegebesserungen, aber auch wegen der Bahn- Verhältnisse mehr Zeit beanspruchen würden, als angenommen war. General von Falkenhayn meldete der Obersten Kriegsleitung, daß inzwischen ein starker Druck auf den Gegner am Notenturm-, Törzburger und Predeal- (Tömöser) Paß ausgeübt werde; man dürfe hoffen, daß die Armee auch an den genannten Stellen vorwärtskommen werde. Andererseits drängte