248 Der Feldzug gegen Rumänien: Befreiung Siebenbürgens. n. Oktober. Widerstand hatte anscheinend die 89. Infanterie-Division am Bodza-Paß zu überwinden; hier schien die Möglichkeit eines Erfolges sich anzubahnen. Seine weitere Ausnutzung mußte aber große Schwierigkeiten bereiten, da das Gebirge gerade an dieser Stelle die größte Breite hatte. In diesen Tagen hatte der Führer der ö.°u. 71. Infanterie-Division, Generalmajor Goldbach, vor dem Kriege Generalstabschef des ö.°u. Xill. Korps in Hermannstadt, ein genauer Kenner des Landes, darauf hin- gewiesen, daß die Geländeverhältnisie ein überschreiten des Gebirges am meisten im Westen am Vulkan- und Szurduk-Paß begünstigten. Wenn man dort in die Walachei eingedrungen sei, könne man die rumänische Front nach Osten aufrollen. Wohl mit beeinflußt durch diese Anregung beschloß General von Falkenhayn, „um den Druck auf die Grenzpässe — vielleicht zunächst nur demonstrativ — noch auf breitere Basis stellen zu können", die drei anrollenden Kavallerie-Brigaden im Abschnitt Hötzing ausladen zu lassen. c) Auseinandersetzungen über die Wahl der Durchbruchstelle. Karte 4. i4 Ottober Auch am 12. Oktober erzielte die 9. Armee nur geringe Erfolge. Von 'der Ober st en Kriegsleitung liefen Telegramme ein, in denen das Eintreffen der 8. bayerischen Reserve-Division angekündigt und um Mitteilung ersucht wurde, „wie der Einbruch in Rumänien bewerkstelligt werden solle". Hierzu regte sie an, „entweder durch Verstärkung der Gruppe der 89. Infanterie-Division die Grenzstellungen taktisch zu um¬ fassen oder vom Szurduk-Paß her einen entsprechenden Druck auszuüben". Man rechnete also auch in Pleß nicht mehr damit, das Gebirge südlich von Kronstadt unmittelbar hinter dem Feinde zu überschreiten; die Rumänen schienen alles daranzusetzen, um die von Kronstadt nach Süden und Süd- osten führenden Paßstraßen zu halten. Dabei gestaltete sich der Nachschub für die 9. Armee immer schwieriger. Die wenig leistungsfähigen Bahnen, denen es überdies an Lokomotiven fehlte, zeigten sich außerstande, neben umfangreichen Truppentransporten auch das Vorführen von Munition, Verpflegung und Material in ausreichenden Mengen zu bewältigen. Die Eisenbahnendpunkte lagen noch bei Hermannstadt und Schäßburg'), schon ') Für Truppentransporte stand nur die Linie über Schaßburg zur Verfügung, die höchstens elf Züge täglich bewältigte. Sie war nördlich von Kronstadt durch die Rumänen zerstört worden und mußte überdies auch den rechten Flügel der ö.-u. I.Armee versorgen. Die Lokalbahn Hermannstadt—Fogaras—Kronstadt kam sür Truppentransporte nicht in Betracht; sie konnte nur einen mäßigen Nachschubver- kehr leisten.