244 Der Feldzug gegen Rumänien: Befreiung Siebenbürgens. « Oktober geschnitten worden. Solche Operation ist aber gar nicht näher erwogen worden, denn sie war bei den gegebenen Gelände- und Stärkeverhältnissen nicht ausführbar. Es standen entgegen: Die Anwegsamkeit der Ostkarpaten, die Anbenutzbarkeit der einzigen sie überquerenden Bahn wegen der Zer¬ störung des Viaduktes westlich vom Gyimes-Paß'), dessen Wiederherstellung viele Wochen in Anspruch nehmen mußte, und damit die Unmöglichkeit ausreichender Versorgung der Truppen für jenseits des Gebirges in der Moldau zu erwartende Entscheidungskämpfe, in die auch das russische Heer eingreifen konnte, schließlich die geringe Angriffskraft der ö.°u. I.Armee. Bevor die Vormarsch- und Versorgungsschwierigkeiten behoben sein konnten, mußte sich die Lage längst geändert und der einsetzende Winter die Operation über das Gebirge vollends unmöglich gemacht haben. So beschränkte man sich in der Zielsetzung. Im Vordergrund der Erwägungen stand die ebenfalls operativ aus- sichtsreiche Vormarschrichtung durch die Kronstadter Pässe auf Ploesti— Bukarest bei gleichzeitigem Donau-Äbergang südwestlich von Bukarest. Den Vormarsch auf Ploesti hatte General von Falkenhayn im Auge, als er am 4. Oktober beim Vormarsch gegen den Geisterwald in einem Tele- gramm nach Pleß und Tesches) seine Gedanken über die Weiterführung der Operationen darlegte. Cr wollte die Hauptkräfte auf Ploesti ansetzen, womit man bei günstigem Verlauf schon in den Rücken von Bukarest kam, während das Alpenkorps durch den Rotenturm-Paß auf Pitesti ging. „Im Hinblick auf die frühzeitig notwendigen Vorbereitungen" bat er um baldige Stellungnahme der Heeresleitungen. Endgültige Gewähr für die Durch- führung könne allerdings in jedem Falle erst übernommen werden, wenn zu übersehen sei, „ob und wann die Nachschubschwierigkeiten überwunden sein werden". General Ludendorff, der gerade die Zuführung der 12. bayerischen Infanterie-Division angekündigt hatte, stellte zunächst am 5.Oktober zur Erwägung, jetzt schon Teile der Hötzing-Gruppe des Generals von Busse heranzuziehen, denn vor Abrechnung mit den rumänischen Hauptkräften in Siebenbürgen werde ein Vormarsch von Kronstadt auf Bukarest bei den augenblicklichen Stärkeverhältnissen kaum möglich sein. In demselben Sinne ließ gleichzeitig Generalfeldmarschall von Hindenburg an General- oberst von Conrad mitteilen: Ein entscheidender Sieg über die Rumänen in Siebenbürgen bleibe die Hauptaufgabe der dort operierenden verbündeten Truppen. Erst nachdem dieser erreicht, komme die Offensive nach Ploesti in Betracht. Ob und in welchem Umfange die 9. Armee zur Herbeiführung S. 217. 2) 239.