Schlacht bei Hermannstadt. 231 düngen brachten die Gewißheit, daß der Gegner sich am Paßeingang nur noch mit Nachhuten zur Wehr setze, im übrigen aber geschlagen den Rück- zug nach Süden angetreten habe. Operationen der Rumänen. Der Einmarsch in Siebenbürgen hatte nicht den erhofften schnellen Verlauf genommen. Der Grund lag in Nachschubschwierigkeiten, in den geringen Erfolgen der benachbarten russischen 9. Armee, besonders aber auch in dem lähmenden Einfluß der Vorgänge in der Dobrudscha, die schon im ersten Septemberdrittel die vorläufige Einstellung des Vormarsches und weiterhin die Abgabe von im ganzen sieben Divisionen und einer Kavallerie- Division veranlaßt hatten. Andererseits war die an der Donau südwestlich von Eraiova stehende 20. Division der 1. Armee unterstellt worden. Die 4., 2. und 1. Armee zählten seitdem 11^/s Divisionen, die am 19. September im wesentlichen so standen, wie General von Falkenhayn an diesem Tage angenommen hatte'). tlm der Gefahr zu begegnen, die den beiden südlich von Hermannstadt stehenden Divisionen (13. und 23.) der 1. Armee zu drohen schien, zog der Armeeführer, General Euleer, am 25. September von der westlichen Donau etwa die Hälfte der 20.Division mit der Eisenbahn nach Norden heran. General Popoviei, der bei Hermannstadt befehligende Komman- dierende General des I. Korps, wurde ermächtigt, die Front, wenn erforder- lich, abschnittsweise zurückzunehmen, gegen die feindliche Nückenbedrohung aber nachdrücklich vorzugehen. So wurden am 27. September die am Roten- turm-Paß stehenden Teile des Alpenkorps von Süden durch die heran- geführten Kräfte der 20. Division, von Norden durch Teile des I. Korps angegriffen. Am 27. September früh erteilte die rumänische Heereslei- t u n g der 2. Armee Befehl, die Truppen bei Hermannstadt durch Vor- marsch nach Westen und sofortigen Angriff zu entlasten. Diese Armee war seit Abgabe von Teilen an die Donau-Front mit drei Divisionen auf den Höhen des Geisterwaldes und nördlich davon zum Stellungsbau über- gegangen. Die Vereitstellung zum Abmarsch nahm Zeit in Anspruch, er konnte erst gegen Abend angetreten werden. Die auf dem linken Flügel als vorderste marschierende 4. Division erreichte in der Nacht Fogaras und war damit immer noch mehr als 40 Kilometer vom Schlachtfelde entfernt. Nur die 2. Kavallerie-Vrigade, südwestlich von Fogaras, war in der Lage, am 28. September einzugreifen. Inzwischen hatte General Popoviei am 27. September abends an General Euleer gemeldet, daß nur schnelle Hilfe ') S. 222.