Ergebnis und Auswirkungen der Niederlage. ISS Vei der deutschen OberstenHeeresleitung erregte diese zweite schwere Niederlage vor Verdun ernste Besorgnis für die kommenden Kämpfe'); vor allem gaben die hohen Gefangenen- und Veutezahlen dazu Anlaß. Die Ereignisse des 24. Oktober und des 15. Dezember wurden von ihr als „schwere taktische Mißerfolge, wie sie unser Heer seit Beginn des Krieges selten erlitten hat", gekennzeichnet^. Am 17. Dezember vormittags beantragte Generalfeldmarschall von Hindenburg die Abberufung des Ober- befehlshabers der 5. Armee, des Kommandierenden Generals des VII. Re- servekorps und des Kommandeurs der 39. bayerischen Reserve-Division. Der bewährte Armeeführer und kriegserprobte Generale wurden damit ihrer Stellungen enthoben. Gegen andere Führer sollten kriegsgerichtliche Verfahren eingeleitet werden. Ordensvorschläge, außer für das Eiserne Kreuz, wurden untersagt, Offiziere und Mannschaften durch einen scharfen Befehl auf ihre Pflichten hingewiesen. Am 18. Dezember wurde General De,««»«. vonGallwitz, bisher Oberbefehlshaber der 2. Armee, Oberbefehlshaber der S. Armee. Auf seine besondere Bitte wurde ihm Oberst Bernhard Bron- sart von Schellendorff als Chef des Generalstabes°) beigegeben. Am 19. wurden in einer Besprechung in Stenay, zu der General Ludendorff aus Pleß gekommen war und auch General von Kühl und Oberst von Löhberg bestellt hatte, die Hergänge des 15. Dezember eingehend erörtert. Dabei gewann General Ludendorff auf Grund der ihm gehaltenen Vorträge die Überzeugung, daß man gegen die Organisation der Verteidigung nichts sagen könne. Es schien ihm vielmehr, daß die Widerstandskraft der Truppe nach den ungeheueren Anforderungen des Jahres 1916 nicht mehr aus- gereicht habe. Z. Betrachtungen zum 24. Oktober und 55. Dezember. Die Frage, wie der rasche Zusammenbruch der deutschen Verteidigung möglich war, ist für den 24. Oktober wie für den 15. Dezember eingehend untersucht worden, nicht um eine Schuld festzustellen, sondern um zu erkennen, wie man der Wiederholung solchen Geschehens vorbeugen könne. Die Crgebnisie dieser Untersuchungen können daher für das geschichtliche Urteil nur bedingt als Unterlage gelten. Als die neue Oberste Heeresleitung den Angriff auf Verdun Anfang September endgültig einzustellen befahl, waren die Vorstellungen der fran- zöfifchen Nordfront überwunden, und auf der Nordostecke war in die Hauptverteidigungsfront ein breites Loch geschlagen; Douaumont, Vaux, ')S. 457 und 490. 2) Schreiben an die Hgr. Deutscher Kronprinz vom Jan. 1917. 3) Zuletzt bei A. Abt. Strantz (S. 183); Obstlt. von Ledebur tauschte mit ihm.