Deutsche Gegenangriffe und letzter Großkampf. 99 angestrebte Überraschung gelang aber in der mondhellen Nacht nicht, die Sturmabteilungen gerieten in feindliches Sperr- und Maschinengewehr- feuer. Nur in Pressoire selbst wurden Erfolge erzielt; doch auch sie konnten gegen einen umfassend angesetzten feindlichen Gegenstoß nicht behauptet werden. Der Morgen des 16. November fand die deutsche Truppe nach Einbuße von fast 800 Mann wieder in ihrer Ausgangsstellung. General von Gallwitz sah von weiteren Unternehmungen auf Pressoire ab, da sich nach seiner Überzeugung neue französische Angriffe gegen die Front südlich der Römerstraße Amiens—Vermand bis in die Gegend von Ehaulnes vor- bereiteten, deren Abwehr voraussichtlich alle verfügbaren Truppen und Munition erfordern würde. Vei der 1. Armee vergingen der 16. und 17. November unter eng- i«. »ad begrenzten Unternehmungen der Engländer an der Anere gegen die 12. und 1?*Sftot,ew6ci' 38. Infanterie-Division, der Franzosen am St. Pierre Vaast-Walde gegen die 185. Infanterie-Division. Die Gegner griffen meist in den Abend- stunden an; ihre Vorstöße brachen mehrfach schon im deutschen Abwehrfeuer zusammen. Wo ihnen kleine Erfolge beschieden waren, wurden diese rasch wieder ausgeglichen. Die Ablösung von drei erschöpften Divisionen durch die 208. und 223. Infanterie-Division sowie durch die bereits zum dritten Male an der Somme eingesetzte 24. (sächsische) Reserve-Division wurde dringend. Gleichzeitig dröhnte das Feuer starker Artillerie gegen die deutschen Stellungen beiderseits der Ancre. Weiter nördlich war gegen- über der 2. Garde-Reserve-Division eine Vermehrung der feindlichen schweren Batterien durch Meßtrupps festgestellt worden. Offensichtlich bereitete sich abermals ein Großangriff vor. Zu diesem letzten Brande loderte die Somme-Schlacht am 18. No° „ !?• vember auf. Die feindlichen Anstrengungen richteten sich britifcherfeits gegen die deutsche Stellungsausbuchtung zwischen Serre und Ligny Thilloy und wurden von einem französischen Angriff gegen die am 15. November neu gewonnene deutsche Linie am St. Pierre Vaast-Walde begleitet. Tanks und Fliegerschwärme unterstützten die feindliche Infanterie; wieder war auch Kavallerie zur Ausnutzung eines Erfolges bereitgestellt. Die 52. und die soeben eingesetzte 208. Infanterie-Division der Gruppe Fuchs hielten nach erbitterten Nahkämpfen ihre Stellung. Dagegen wurden südlich der Ancre die 223. und 58. Infanterie-Division zwischen Grandcourt und Pys durch immer wiederholte britische Angriffe zurückgedrückt. Ebenso erging es dem rechten Flügel der Gruppe Marschall (1. Garde-Reserve- und 4. Garde- Infanterie-Division) zwischen Pys und Ligny Thilloy. Die beiderseits des St. Pierre Vaast-Waldes gegen französische Übermacht stehenden Divisionen der Gruppen Deimling und Garnier (30., 185. Infanterie-, 16. Reserve-