Neuer Großangriff. Verlust von Lesboeufs, Morval, Combles, 77 gewöhnlich groß. Die sehr stark mitgenommene 1. Armee ersetzte zwei völlig erschöpfte Divisionen durch die 7. und 10. Reserve-Division. Zwecks Cr» leichterung von Unterbringung und Nachschub hatte sie bereits am 26. Sep° tember den ruhigen linken Flügelabschnitt der 6. Armee (12. Infanterie- Division) übernommen. Anter dem Drucke der britisch-französischen Großangriffe hatte die Ober st e Heeresleitung dem Kronprinzen Rupprecht die beiden Divisionen der Heeresreserve (6. und 211. Infanterie-Division) vorübergehend unterstellen müssen. Drei weitere (5. Ersatz-, 29. und 206. Infanterie- Division) und schwere Batterien führte sie in den folgenden Tagen an die scheinbar unersättliche Somme-Front heran. In einem Schreiben vom 26. September wies General Ludendorff die Führer im Westen aber erneut darauf hin, daß auch der Obersten Heeresleitung in bezug auf den Kräfteeinsatz Grenzen gezogen seien. „Der Ablösungsplan der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht", hieß es, „sieht einen regelmäßigen Wechsel der Divisionen nach 14 Tagen vor. Das läßt sich auf die Dauer nicht durch- führen. Die Heeresgruppe wird daher ihr Ablösungsverfahren dahin zu ändern haben, daß nur an den Brennpunkten des Kampfes die Divisionen etwa in 14tägiger Folge abgelöst werden; an allen anderen Stellen müssen sie unbedingt länger in der Front bleiben. Cs wird ferner innerhalb der 1. und 2. Armee ein angemessener Wechsel derart anzustreben sein, daß Truppen aus ruhigen Abschnitten an die bedrohten Stellen geschoben werden und umgekehrt." Die Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht erblickte in September, den vergangenen Tagen den Höhepunkt der bisher an der Somme erlebten Kämpfe; der Gegner Wen aber auch weiterhin um jeden Preis den Durch- bruch zwischen Thiepval und der Somme nach Nordosten erzwingen zu wollen. Sie meldete diesen Eindruck am 29. September der Obersten Heeres- leitung mit dem Hinzufügen, sie erwarte nach einigen Tagen der Vor- bereitung neue starke Stöße in der gleichen Richtung. „Cs ist möglich, daß der nächste Angriff auch auf dem Nordufer der Anere schärfer anfassen, vielleicht auch stärkeren Druck gegen Peronne ausüben wird. Gegen übrige Front der 2. Armee wird kaum mehr als ein Festhalten durch Teilangriffe zu erwarten sein." Zur Abwehr seien zwei aus Infanterie und Artillerie bestehende Kampfreferve-Gruppen hinter der Gruppe Stein und nördlich von Peronne bereitgestellt, außerdem die Ablösung mehrerer abgekämpfter Divisionen in die Wege geleitet. „Die Heeresgruppe ist der Überzeugung, daß auf Bereitstellen voller Ablösung nicht verzichtet werden kann, für den