Pläne der Gegner. 55 weil er angesichts der Schnelligkeit, mit der die Deutschen neue Stellungen bauten, andernfalls mit stärkerem Widerstand rechnen zu müssen glaubte. Vei dem Bemühen, auf das britische Oberkommando einzuwirken, war aber viel Takt und Vorsicht nötig. Wohl hatte König Georg V. gelegentlich einer Zusammenkunft am 12. August in Doullens General Ioffre versichert, daß die Engländer den Wunsch hätten, den Kampf ohne Zögern unter des Generals Oberleitung fortzusetzen^), andererseits aber hatte der englische Oberbefehlshaber wiederholt gezeigt, daß er die Selbständigkeit seines Befehlsbereiches unbedingt zu wahren gewillt war. So konnte General Ioffre seine Wünsche nur als Bitten zum Ausdruck bringen. Am 2.September, als Gefahr bestand, daß die enge Fühlung zwischen dem britischen rechten und französischen linken Flügel verlorengehe, ließ er bei General Haig Vorstellungen erheben. Am 8. September wies er auf dem gleichen Wege und außerdem durch persönliches Schreiben darauf hin, wie wichtig es für den Gesamterfolg sei, den Zeitpunkt des nächsten gemein- samen Angriffs bald festzusetzen. Vier Tage später, nachdem er den eng- lischen Angriffsbefehl erhalten hatte, bat er, die in ihm festgelegten Ziele weiter zu stecken und Eoureelette und Martinpuich mit in den Angriffs- räum einzubeziehen, da ihm die Inbesitznahme gerade dieser Orte von größter Bedeutung schien^). General Haig nahm diese Wünsche im allgemeinen entgegenkommend auf und berücksichtigte sie auch nach Möglichkeit. Nur die wiederholten Hinweise auf die. Notwendigkeit früheren Losbrechens konnten nichts an seiner Einstellung ändern. General Ioffre mußte sich schweren Herzens fügen. Als Zeitpunkt für den Beginn der neuen Offensive wurde schließlich der 15. September vereinbart. Bis dahin sollte der Gegner durch Teil- Unternehmungen ständig zum Einsatz bedeutender Kräfte gezwungen und dadurch geschädigt werden. So kam es schon von Anfang September ab zu einleitenden Teilangriffen, wobei die Engländer die erstrebte Ausgangs- stellung in ihre Hand zu bringen suchten, die Franzosen beiderseits der Somme vorwärtsdrängten. 2. Verlauf der Schlacht bis Ende November. a) Die Kämpfe von Ende August bis Anfang September. Karten 2,3, Karte 5 Band 5, Skizzen 1 bis 3, Anlagen 2, 3 und 4'. Die deutsche Front beiderseits der Somme zwischen Thiepval und Vermandovillers war durch die seit dem 1. Juli nicht mehr abreißenden ') Franz, amtl. Werk, Bd. IV, 3, S. 35. 2) Ebenda.