52 Lage und Pläne der Gegner. 7. September. General SirDouglasHaig teilte diese Anschauung. Auch der Chef des britischen Reichsgeneralstabes in London, General Sir William Robertson, bekannte sich in einem Brief an General Ioffre vom 7.September') dazu. Er hielt es für besonders wichtig, Deutschland an der Westfront in voller Stärke zu fesseln, damit es nicht Kräfte zur Anter- stützung Österreich-Angarns oder zur Niederwerfung Rumäniens frei machen könne; da es nach Lage der Dinge nicht möglich sei, Rumänien durch Truppen unmittelbar zu unterstützen, sei es Pflicht, dem neuen Bundesgenossen durch erhöhten Druck an allen Kampffronten mittelbar zu helfen. Eine allgemeine große Offensive müsse folgen, sobald das Wetter es zulasse. Die hochgespannten Hoffnungen der Alliierten wurden aber bereits Anfang September durch die Ereignisse in der Dobrudscha, daneben auch durch die Entwicklung der Lage bei der Armee in Mazedonien, schwer ent¬ täuscht^). Immer dringender wurden die Hilferufe der Rumänen. Vor allem der französische Oberkommandierende bemühte sich um Unterstützung des neuen Bundesgenossen. Dabei zeigte sich, daß General Ioffre, wenn er auch nicht Oberster Befehlshaber sämtlicher alliierter Truppen war, so doch sich berufen fühlte, die Aufgaben eines solchen in die Hand zu nehmen, und daß er bis zu einem gewisien Grade auch Einfluß auf die Oberkommandos der anderen Verbündeten zu üben verstand. Die wesentlichste Hilfe glaubte er in Übereinstimmung mit Groß- britannien durch weitere kräftige Offensive an der We st front bringen zu können. 1) Franz. amtl. Werk, Vd. V, 1, Annexe 17 (französische Übersetzung des Briefes). 2) S. 204 und 338.