Rumäniens Eintritt in den Krieg. 51 ließ für den Fall, daß sie um Frieden bitten würde, Waffenstillstands- bedingungen ausarbeiten'). Auch die russische Heeresleitung hoffte, daß die rumänische Offensive die „ohnehin schon brüchige" österreichisch-ungarische Front zum Einsturz bringen werde. Für die Sicherung der Dobrudscha hielt sie die Entsendung von Kavallerie und einem aus Truppen zweiter Ordnung gebildeten Korps^) für ausreichend. Fesselung der Gegner auf allen Kriegsschauplätzen durch schärfste Fortsetzung der eingeleiteten Angriffe galt als Voraussetzung für das Ge- lingen der rumänischen Operationen. Zur Verwirklichung dieses Gedankens an der Westfront bemühte sich der französische Generalissimus, in den letzten Augusttagen auch die englische Führung zu gewinnen. General Ioffre legte feine Anschau- ungen am 27.August, dem Tage der rumänischen Kriegserklä- 27.August, r u n g, in einer Besprechung dar, zu der die Oberbefehlshaber der drei Heeresgruppen, General Franchet d'Efperey (Ost), General Petain (Mitte), General Foch (Nord), sowie der britische Oberbefehlshaber General Sir Douglas Haig in Saleux bei Amiens vereinigt waren. Vis zum Eintritt des Winters, der größere Bewegungen unmöglich mache, komme es darauf an, daß alle Verbündeten die zur Fesselung und Ab¬ nutzung des Gegners begonnenen Operationen fortführten; sie seien dazu stark genug. General Ioffre schloß mit dem Satze: „Wenn es auch zu kühn ist zu glauben, daß der Feldzug von 1916 die Niederlage der Mittelmächte vollenden wird, so kann man vernünftigerweise überzeugt sein, daß er zum mindesten den Zusammenbruch ihrer Angriffs kraft bringen wird. Der Feldzug von 1917 wird auch ihre Verteidigungskraft vernichten und die Zerstörung ihrer militärischen Macht unrettbar besiegeln"3). Der Hauptschlag follte also erst 1917 geführt werden. Für diese künftige allgemeine Offensive — so hatte General Ioffre schon vorher dar- gelegt — dürften die bereits eingeleiteten Vorbereitungen unter keinen Umständen unterbrochen oder vernachlässigt werden; während der schlechten Jahreszeit müsse das erforderliche Kriegsmaterial angesammelt werden. Die Fortschritte in seiner Herstellung ließen hoffen, daß die Angriffskraft im Frühjahr größer sein werde als bisher. Wohl werde die winterliche Ruhe auch Deutschland zugute kommen, aber der rasch fortschreitende Verbrauch der Kräfte Osterreich-Angarns könne nicht ohne Einfluß auf die übrigen Mittelmächte bleiben. *) Franz. amtl. Werk, Vd. IV, 3, S. 4. 2) Dabei eine — soweit bekannt — aus österreichisch-ungarischen Kriegs¬ gefangenen serbischer Nationalität gebildete, serbische Freiwilligen-Division. 3) Franz. amtl. Werk, Bd. V, 1, S. 57. — Sperrungen der Forsch. Anst. 4*