Erste Maßnahmen der Obersten Kriegsleitung. 23 Drängen deutscher und gewisser Wiener und Vudapester Kreise eine Art gemeinsamen Oberbefehls geschaffen, der das Dispositionsrecht der öfter- reichisch-ungarischen Heeresleitung in mancher Hinsicht beschränkte, in wesentlichen Fragen aber doch auf das gegenseitige Einvernehmen ange- wiesen war." Am 15. September erließ die neugeschaffene Kom-ts.September, mandoftelle ihren ersten Befehl: „Die Hauptaufgabe der der Obersten Kriegsleitung Seiner Majestät des Deutschen Kaisers unter- stellten Heere ist jetzt: Festhalten aller Stellungen auf der West-, Ost-, italienischen und mazedonischen Front, Einsatz aller daneben irgend ver- fügbaren Kräfte zu entscheidendem Angriff gegen die Rumänen." Die Neuregelung der Vefehlsverhältnisse gegen Rumänien und Ruß- land vollzog sich Anfang Oktober ohne Reibungen. Sie betraf Zusammen- sassung der inzwischen gebildeten 9., ö.-u. 1., 7., 3. Armee unter dem Heeres- gruppenkommando Erzherzog Karl und Zuteilung der Südarmee zum Ve- reiche des Oberbefehlshabers Ost, wo sie zusammen mit der ö.-u. 2. Armee die Heeresgmppe Vöhm-Ermolli bilden sollte, später übertritt der ö.-u. 3. Armee ebenfalls zu dieser Heeresgruppe'). Dagegen zeigte die österreichisch-ungarische Heeresleitung äußerste Zurückhaltung, als die deutsche Oberste Heeresleitung, anknüpfend an Bestrebungen, die schon vor Jahresfrist General von Falkenhayn eingeleitet hatte, mit dem Vorschlag einer über den Krieg hinaus geltenden Militär- konvention hervortrat, denn dabei handelte es sich in erster Linie um eine Frage der künftigen Politik der Donaumonarchie. 2.Heeresstärken der einzelnen Verbündeten. In der Gesamtkriegführung waren die Rollen derart verteilt, daß Anfang Deutschland seiner Volkszahl und Leistungsfähigkeit entsprechend nach wie vor die Hauptlast des Krieges zu tragen und überall helfend ein- zuspringen hatte, nicht nur mit Truppen, sondern auch mit Kriegsgerät aller Art und Geld. Das deutsche Feldheer zählte Anfang September 1916 5 100 000 Mann°). Davon standen 1) Näheres 6.250 und 360. 2) Diese und alle nachfolgenden Zahlen geben die Verpflegungsstärke, einschließlich der Truppen in den besetzten Gebieten, wieder. Sie stellen für Bulgarien und die Türkei nur Annäherungswerte dar, die aber doch einen ungefähren Vergleichsstab abgeben. Zuverlässige, auf gleichartiger Berechnungsgrundlage auf- gebaute Angaben waren nicht zu erhalten.