10 Die neue Oberste Heeresleitung. 5. September, von hier aus im Benehmen mit den Heeresgruppen eingeleitet werden. Ich bitte um Mitteilung, ob gegen die Heranziehung abgekämpfter Divi- sionen zu Arbeitszwecken Bedenken bestehen. Selbstverständlich soll hier- durch an dem Ausbau der rückwärtigen Stellungen der Armeen nichts geändert werden." Besprechung in Cambrai. Unabweisbar drängte sich die Notwendigkeit auf, die Lage der West- front durch persönliche Aussprache an Ort und Stelle baldigst unmittel- «. September, bar kennenzulernen'). Am 6. September fuhren Generalfeldmarschall von Hindenburg und General Ludendorff von Pleß nach dem Westen. Unterwegs erreichte sie die Nachricht vom ersten größeren Waffenersolge über die Rumänen: Bei der Erstürmung von Tutrakan waren am 6. Sep- tember mehr als 20 000 Gefangene und 100 Geschütze erbeutet worden. Generalfeldmarschall von Mackensen schätzte die Kampfkraft des neuen Gegners nicht sehr hoch ein"). 8. September. Am 8. September fand unter Leitung des Generalfeldmarschalls eine Besprechung in Cambrai, dem Hauptquartier der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht, statt, an der die Führer der beiden Heeresgruppen und der 4. Armee, sämtliche Generalstabschefs der Heeresgruppen und Armeen, als artilleristische Sachverständige General der Artillerie von Lauter (Großes Hauptquartiers) und Generalmajor Beeg (Heeresgruppe Krön- Prinz Rupprecht) sowie als verantwortlicher Befehlshaber an der flan- drifchen Küste der Kommandierende Admiral des Marinekorps, Admiral von Schröder, teilnahmen. Der Verlauf der Besprechung gibt ein anschauliches Bild davon, wie sich die Verhältnisse der Westfront damals darstellten: Über den Vortrag des Generalstabschefs der 4. Armee, General- leutnants Ilse, fehlen Aufzeichnungen. Zur Frage des Baues neuer rück- wärtiger Stellungen hatte diese Armee am 7. September vorgeschlagen, im Festungsbau bewährte Unternehmer heranzuziehen. Arbeitskräfte könne das Generalgouvernement Belgien aufbringen; bei guter Bezahlung und Ver- pflegung würden sie sich in genügender Zahl finden; geringe militärische 1) Gen. d. Inf. a. D. Wehell berichtete hierzu im März 1937: Cr habe davon abgeraten, die Reise nach dem Westen anzutreten, bevor die Abgabe der für Rumänien nötigen Truppen befohlen sei, denn im Westen würden die neuen Führer nur Klagen und Wünsche hören, die gewiß berechtigt seien, die aber den Entschluß zur Forderung von Abgaben unendlich erschweren könnten. 2) Die Beute stellt sich später als noch erheblich größer heraus. — Räheres S. 204. 3) Seit 2. Sept. vorübergehend zur Verfügung der Hgr. Kronpr Rupprecht.