Abwehrmaßnahmen der Rusien. 587 brechen und setzte das XXX. Korps umfassend von Norden, das XXXIX. und Teile des XII. Korps von Osten auf Derazno an. Auch dieser Angriff hatte vollen Erfolg; in mehrtägigen erbitterten Kämpfen wurden die ö.-u. 4. und 1. Armee zum Abzug hinter den Styr und die untere Ikwa ge¬ zwungen. Während die 11. und 9. Armee nach Erfüllung ihrer Aufgabe in der ir. September Nacht zum 17. September in ihre früheren Stellungen am Sereth zurück- Mitte s«°ber. gingen, fetzte die 8. Armee ihren Angriff fort, stürmte am 23. September mit dem XXX. und XXXIX. Korps sowie der 4. Schützen-Division den Brückenkopf von Luck und setzte sich auf dem linken Styr-Afer fest. Zur gleichen Zeit machte sich aber eine neue Amfassungsoperation starker, von Norden auf Kolkt vorgehender deutscher Kräfte bemerkbar. Während das bis an den Stochod vorgegangene 4. Kavalleriekorps der 3. Armee (drei Kavallerie-Divisionen) allmählich auf die Wiesielucha und den Styr aus¬ wich, entzog General Brussilow seinen Nordflügel rechtzeitig der drohenden Gefahr durch Zurücknahme an den Kormin und hinter die Putilowka, wo er allen Anstürmen standhielt. Ende September sah die russische Heeresleitung die Lage an der Süd- westfront nicht mehr als gefährdet an. Der Generalstabschef, General Alexejew, wies darauf hin, daß der rechte Flügel der 8. Armee durch Ab¬ gaben der 9. Armee und durch Heranziehung der 125. Infanterie-Division aus dem Naume Starokonstantinow—ProskuronL) so stark gemacht werden könne, daß er jedem feindlichen Amsassungsversuch offensiv zu begegnen vermöge. Daraufhin verschob General Iwanow eine Division der 9. Armee in die Gegend nordwestlich von Nototto und befahl seinen Armeen, durch kurze Vorstöße den Gegner weiter zu schwächen, ehe er feine mitgenom¬ menen Verbände ordnen und wieder auffüllen konnte. Als Einleitung hierzu brach das inzwischen durch eine Infanterie-Division der 3. Armee2) verstärkte 4. Kavalleriekorps gemeinsam mit den beiden, nach Norden ge¬ zogenen Kavallerie-Divisionen des Generals Weljaschew, denen ein Regi¬ ment der 4. Schützen-Division beigegeben war, am 2. Oktober beiderseits der Bahn Sarny—Kowel über den Styr vor und warf die österreichisch- ungarische Kavallerie bis an und über die Straße Nowosiolki—Rudka Czerwiszcze zurück. Indessen mußte es den gewonnenen Boden schon nach wenigen Tagen wieder aufgeben. Auch die am 7. Oktober beginnenden Angriffe aller drei Armeen der russischen Südwestfront führten nur zu x)In diesem Raume (Karte 7) stand als Heeresreserve außer der 125. I. D. noch die „Schwarze Meer"°Vrig. der 100. I. D. 2) Die 77. I. D. des vor der Landzunge von Pinsk stehenden XXXI. Korps (linkes Flügelkorps der 3. Armee).