582 Der rechte Heeresflügel von Mitte Juli bis zum Jahresende. jedoch am 28. vor neuen feindlichen Stellungen in der Linie Mlynow— Olyka, hinter der Putilowka und im Sumpfgebiet beiderseits Verestiany. Das Kavalleriekorps Herberstein stieß über Kolki gegen den Kormin vor, das Kavalleriekorps Hauer erkämpfte sich die Linie Rowosiolki—Kolodzieje, die beiden Divisionen des Generals von Heydebreck standen im Angriff gegen Kuchecka Wola. Mit dem Zurückweichen bei1 Russen hinter die Putilowka und an den Kormin war dem Auftrag, den die Heeresgruppe erhalten hatte, an sich Genüge getan. General von Linsingen jedoch sah seine Aufgabe noch nicht als erfüllt an. Als Ziel der Operation schwebte ihm nunmehr die Weg¬ nahme von Rowno vor. Hierzu wollte er den Gegner zunächst über die Stubla und den Goryn zurückwerfen. Sofortiges Vorbrechen gegen diesen Abschnitt schien indessen im Hinblick auf eben bekanntgewordene russische Truppenansammlungen vor dem Nordflügel der Gruppe Geros1), die einen Flankenangriff erwarten ließen, nicht angebracht. General von Falkenhayn hatte zudem darauf hingewiesen, daß die öster¬ reichisch-ungarischen Truppen bei ihrer augenblicklichen Verfassung wohl kaum die nötige Stoßkraft für eine so weitreichende Offensive besäßen, und daß die militärpolitische Lage unbedingt fordere, keine Operationen einzu¬ leiten, bei der neue Rückschläge näher lägen als das Gegenteil. General von Linsingen ordnete daher an, daß die 4. Armee fürs erste nicht über die Höhen östlich der Putilowka vorgehen, das Korps Conta die Linie Verestiany—Cernysz zu hartnäckiger Verteidigung einrichten und starke Kräfte hinter seinen linken Flügel schieben sollte, während General von Gerok die 11. Infanterie-Division des XVII. Korps und die 4. Kaval¬ lerie-Division des ihm jetzt ebenfalls unterstellten Korps Herberstein als Reserve bei Kolki bereitzustellen hatte. Erst nach Durchführung dieser Um¬ gruppierung und Klärung der Verhältnisse beim Feinde wollte er den Angriff auf dem Nordflügel fortsetzen, rs. September Der linke Flügel der 1. und die 4. Armee machten aber am 29. Sep- °cc" tember kaum noch Fortschritte; der Südflügel der Gruppe Gerok gelangte nach Abweisung russischer Gegenstöße bis an die Putilowka und nahm Karpilowka, das Korps Conta stürmte feindliche Stellungen südlich von Cernysz, das Kavalleriekorps Herberstein wies starke Angriffe ab. Das Kavalleriekorps Hauer warf den Feind südlich der Bahn Kowel—Sarny vollends über den Styr, auf dessen Westufer jetzt nur noch abwärts von 1) Nach den vorliegenden Nachrichten waren das Generalkommando des russischen XXX. Korps und der Stab der 7. K. D. am 27. Sept. nordwärts an die obere Mielnica verlegt, die 77. I. D. aus dem Raume um Pinsk in die Gegend westlich von Sarny verschoben worden.