Die Dauerstellung der Heeresgruppe Prinz Leopold. 559 der Truppe trotz aller Mühseligkeiten hervorragend gut geblieben ist und die Truppe selbst sich in den Gefechten ausgezeichnet bewährt hat. Indessen halte ich mich für verpflichtet, anliegenden, von mir nicht ein¬ geforderten Bericht im Original vorzulegen, da die Verhältnisse auch bei den anderen Teilen der Armee-Abteilung und besonders auch beim Ves- kidenkorps allmählich ähnliche Gestalt annehmen. Der Grund hierfür liegt im wesentlichen in der unzureichenden und namentlich unregelmäßigen Zu¬ fuhr durch die Eisenbahn, die zu bessern sich die Armee-Abteilung vergeblich bemüht hat. Seit Wochen konnte nur % Verpflegungssatz und die gerade notwendige Munition den Truppen zugeführt werden, unter weitest gehender Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Pferde- und Wagenkolonnen." Für die der Heeresgruppe Prinz Leopold zugewiesene Dauer¬ stellung1) in Breite von etwa 160 Kilometern standen im ganzen elf Infanterie-Divisionen und zunächst auch noch eine Kavallerie-Divisiow) zur Verfügung. Durch Oginski-Kanal, Szczara und Serwetsch war der Verlauf der künftigen Stellung klar vorgezeichnet. Mit dem Ausbau konnte sofort begonnen werden. Die zweigleisige Hauptbahn Warschau—Brest Litowsk—Minsk—Moskau, die am 4. Oktober bis Kossow (von Brest ».Oktoberbis Litowsk ab eingleisig) fahrbar wurde, traf bei Varanowicze die Mitte der 1L9toticm6er‘ Front und stellte ausreichenden Nachschub sicher. Der Heeresgruppe gegen¬ über standen Mitte und rechter Flügel der russischen 3. und die russische 4. Armee mit insgesamt 23y2 Infanterie- und 2 Kavallerie-Divisionen^). Schneller als im Gebiete des Oberbefehlshabers Ost flauten die Kampf¬ handlungen bei der Heeresgruppe Prinz Leopold ab. Die Ruhe wurde erst am 20. und 21. Oktober durch einen Angriff unterbrochen, den die Russen gegen das ö.°u. XII. Korps führten. Dieses Korps, das den wich¬ tigen Vahnknotenpunkt Varanowicze im Süden zu decken und noch weiter südlich die große Heerstraße Vobruisk—Brest Litowsk, eine der wenigen durchlaufenden festen Straßen im Innern Rußlands, zu sperren hatte, erlitt dabei durch den russischen Einbruch in seine Stellung einen Verlust von 0 S. 556. 2) Von Süden nach Norden standen Anfang Oktober: Armee-Abtlg. Woyrsch: Garde°K. D. (trat Anfang Oktober zur Heeresgr. Linsingen über), Beskiden-Korps (35. u. 47. R. D.), ö.-u. XII. Korps (ö.-u. 16. u. 35. I. D.), Ldw.-Korps (4. u. 3. Ldw. D.), Ldw. D. Bredow; 9. Armee: XXV. R. K. (49., 5. R. D. u. 84. I. D.); Heeresgruppen-Reserve: 119. I. D. 3) Von der russischen 3. Armee (von Süden nach Norden): III. kaut, XXIV., X. und IX. Korps mit 8 Inf.- und 1 Kav. Div.; russische 4. Armee: Gren. Korps, XV., XVI., XXXV., V. sib., I. türk, und XXV. Korps (Armeereserve) mit 15% Inf.- und 1% Kav. Div.