552 Die Verfolgung der Heeresgruppen Mackensen und Prinz Leopold. 28. Und 29. August. mit ihrer Masse den Vormarsch nach Osten am Sumpfgelände östlich der Linie Ratno—Kobryn—Szereszowo einstellen und nur mit kleinerm ge¬ mischten Verbänden auf allm Straßen am Feinde bleiben sollten. Auch wurden beide Heeresgruppen mit dem sofortigen Ausbau von Feldstellungen in der allgemeinen Linie Bug—Brest Litowsk—Westrand des Forstes von Vialowiez—Mündung der Rarewka in den Rarem beauftragt, die zum dauernden Halten mit möglichst geringen Kräften geeignet sein sollten. Gleichzeitig jedoch wies General von Falkmhayn auf frühzeitige Grup¬ pierung für einen Vorstoß der inneren Flügel beider Heeresgruppen hin, der unter Umständen über die Linie Pruzana—Szereszowo nach Norden gegen die rückwärtigen Verbindungen des Feindes nördlich des Forstes von Vialowiez zu führen sein würde. Infolgedessen befahl Generalfeldmarschall von Mackensen am 28. August, daß die Bug-Armee die ihr übertragene Verfolgung über Anto- pol—Kobryn nur so weit fortsetzen sollte, als noch eine Einwirkung auf die Südflanke der nach Ostm zurückweichenden russischen Teilkräfte zu erhoffen wäre. Auch die 11. Armee hatte mit ihrem rechten Flügel nur bis an den Muchawiec-Abschnitt zu verfolgm. Hingegen sollte ihr linker Flügel (das auf vier Infanterie-Divisionen verstärkte Korps Kosch1)) durch Vorstoß bis Pruzana im Verein mit dem von Generalfeldmarschall Prinz Leopold angeordneten Vorgehen der Armee-Abteilung Woyrsch auf Szereszowo die Voraussetzung für eine Fortführung der Offensive nach Norden schaffen. Der erstrebte Flankendruck der Bug-Armee blieb indessen aus. Der Feind wurde rein frontal in heftigen und für ihn verlustreichm Kämpfen bis zum 29. August über die Linie Kobryn—Szczerczewo zurückgedrückt. Hierbei trat eine starke Vermischung und Schwächung seiner Verbände ein. Die 11. Armee machte allein am 29. August 3700 Gefangene. Die Armee- Abteilung Woyrsch stieß beiderseits von Szereszowo auf starken Widerstand. Die Lufterkundung stellte den Abmarsch unabsehbarer Kolonnen bis an und über die Szczara hinaus, umfangreiche Truppenversammlungen bei Pru¬ zana und starken Kolonnenverkehr von dort nach Slonim und von Rozana nach Norden fest. Am Bahnhof Kossow, an der Bahn Brest Litowsk— Baranowicze, lagerten große Vorräte. General von Falkenhayn glaubte, aus diesen ihm am Abend des 29. August übermittelten Veutezahlen und Ausklärungsergebnisten den Schluß ziehen zu dürfen, daß doch noch die Möglichkeit bestehe, dem Feinde durch weiteres scharfes Nachdrängen der Heeresgruppe Mackensen in nordöstlicher Richtung bis zum Jasjolda-Abschnitt schweren Schaden i) Gen. Kdo. X. R. K., 103., 105., 19. I. D., 47. R. D.