Kampf um Smorgon. Einnahme der Dauerstellung. 543 keit abgewiesen. Nachdem es inzwischen auch gelungen war, die vom Nordende des Dryswjaty-Sees zu den deutschen Stellungen vor Dünaburg bisher noch vorhandene Lücke zu schließen, war Anfang Oktober aus der ganzen Front des Oberbefehlshabers Ost eine zusammenhängende, wenn auch beiderseits der Disna noch recht dünne Abwehrlinie erreicht. Gerade hier, im Raume von Kosjany und nördlich bis zum Dry- swjaty-See, sehte der Gegner seine Bemühungen gegen die hier stehenden schwachen deutschen Kräfte in den nächsten Tagen mit großer Übermacht fort, wobei außer starker Kavallerie jetzt auch sein ganzes IV. Korps4) fest¬ gestellt wurde. Inzwischen war aber auch deutsche Infanterie heran, so daß die am 3. Oktober und an den folgenden Tagen mehrfach wiederholten hart¬ näckigen Versuche des Gegners schließlich auf den Widerstand von fünf deutschen Infanterie- und 5% Kavallerie-Divisionen stießen und seitdem überall leichter abgewiesen werden konnten. Nunmehr verlangte die O b e r st e Heeresleitung, wie sie bereits seit langem in Aussicht gestellt hatte2), weitere Abgaben, deren sie angesichts der schwierigen Lage im Westen und des serbischen Feld- zuges^) dringend bedurfte. Ohne die Abwehr in den weitgedehnten Linien des Oberbefehlshabers Ost zu gefährden, konnten sie erst geleistet werden, wenn sich diese weiter gefestigt und der Stellungsbau einige Fortschritte gemacht hatten. Die 10. Armee schätzte den Gegner an ihrer Front zur Zeit auf 38 Divisionen; das war mehr als die Gesamtkräfte des Oberbefehls¬ habers Oft4). In einer von der Obersten Heeresleitung geforderten Beurteilung der Lage wurde ihr daher am 6. Oktober dar¬ gelegt: „Russen greifen mit allen Kräften die 10. Armee und rechten Flügel der Njemen-Armee an in der Absicht, nach der Straße Dünaburg—Wilna durchzubrechen oder zum mindesten durch ihren Angriff das Herausziehen und den Abtransport weiterer Kräfte des Ostheeres nach dem Westen unmöglich zu machen. Ich erwarte, daß es gelingen wird, das Durchbrechen des Gegners zu verhindern." Eine Abgabe von weiteren Kräften, so hieß es dann, sei jedoch unmöglich und könne auch, wenn der Angriff abge¬ schlagen sei, erst erfolgen, nachdem durch Wegnahme von Smorgon und des Brückenkopfes von Dünaburg eine Verkürzung der Front eingetreten sei. 0 Tatsächlich standen zwischen Postawy und dem Dryswjaty-See von Süden beginnend: das russische L,IV., XIV. Korps mit zusammen 6% Inf. Div. und 8 Kav. Div. 2) S. 483 und 492. 3) 6. 502. 4) Tatsächlich standen der 10. Armee nur etwa 30 russ. Inf.- und 9y2; Kav. Div. gegenüber, davon allerdings nördlich des Naroez-Sees 11% Inf.- und 3 Kav. Div. 3. bis 6» Oktober. 6. und 7. Oktober.