394 Die Offensive der Verbündeten auf Brest Litowsk. 20. Juli. eine neue Stellung in Linie Chmiel—Opole zurück, an die sich die Armee heranschob. Somit war am Abend des fünften Angriffstages auf dem Kampffelde zwischen Vug und Weichsel nahezu auf der ganzen Linie ein großer räum¬ licher Erfolg zu verzeichnen. Einer Entscheidung hatte sich der Gegner jedoch durch planmäßigen Rückzug in gut vorbereitete Stellungen zu entziehen gewußt. Seine Kampfkraft, die sich auch in wirksamen Gegenstößen ge¬ äußert hatte, war noch keineswegs gebrochen. Inzwischen hatte auch auf dem westlichen Weichsel-User die Armee- Abteilung Woyrsckss) südlich der Ilzanka einen großen Erfolg er¬ ringen können, der nicht ohne Einfluß auf die feindliche Front gegenüber der Heeresgruppe Mackensen blieb. Am Morgen des 17. Juli war der rechte Flügel der Armee-Abteilung in die russische Stellung eingebrochen und hatte den Gegner zum Rückzüge gezwungen. In der Verfolgung wurde bis zum Abend des 18. Juli die Ilzanka erreicht. Auch die auf dem linken Flügel stehende Gruppe Köveß konnte am 19. Juli bis in die Linie Skaryzew— Kowala—westlich Przytyk—westlich Wysmyerzyce dem abziehenden Gegner folgen. Damit begann sich das operative Zusammenwirken der Kräfte beiderseits der Weichsel für die Russen in bedrohlicher Weise fühlbar zu machen. Rach den Befehlen des Generalfeldmarschalls von Mackensen sollte der Feind zwischen Bug und Weichsel am 20. Juli überall auf seine Hauptstellung zurückgeworfen und diese selbst am 21. angegriffen werden. So planmäßig verliefen die Dinge freilich nicht. Eine gewisse Über¬ raschung bedeutete es zunächst, daß der Gegner auf dem östlichen Bug-Ufer am 20. Juli mit starken Kräften die Brückenköpfe der ö.-u. 1. Armee angriff und ihre Besatzungen zurückdrückte. Das Kavalleriekorps Heydebreck mußte das kaum gewonnene Ostufer wieder räumen. Hierdurch schob sich die Ablösung des zur Stärkung der Bug-Armee bestimmten XXX XI. Re¬ servekorps hinaus. Den von der 1. Armee erbetenen Einsatz der 103. Infan¬ terie-Division des Generalmajors von Estorff zum Gegenangriff auf dem Ostufer ließ Generalfeldmarschall von Mackensen nicht zu. Auch die Bug-Armee begegnete unerwarteten Hemmnissen. Die Hoffnung des Generals von Linsingen, daß der Feind dem gegen Hru- bieszow umfassend angesetzten Angriffe erliegen würde, erfüllte sich zunächst nicht. Der von Westen her gegen die Höhen nördlich von Hrubieszow geführte Stoß der 107. Infanterie-Division drang nicht durch. Um diesem Flankenangriffe größere Wucht zu verleihen, wurde die 11. bayerische Infan¬ terie-Division des Generalmajors Ritter von Kneußl südlich von Hru¬ bieszow durch die 1. Infanterie-Division des Generalleutnants von Conta 1) Zusammensetzung S. 405 Anm. 1.