Die Verfolgung läuft zwischen Bug und Weichsel fest. 383 Bereits am 1. Juli hatte er in einer Unterredung mit dem Armee-Ober¬ kommando 11 in Rawa Ruska entscheidenden Wert auf möglichst rasches und ununterbrochenes Vorwärtskommen der Heeresgruppe gelegt und tags darauf durch Generalmajor*) Tappen in Teschen darauf hinweisen lassen, daß der rechte Flügel der 11. Armee in der Bug-Sicherung durch die 2. Armee beschleunigt abgelöst und die als künftiger Flankenschutz aus¬ ersehene 1. Armee möglichst stark gemacht werden müsse. In persönlicher Aussprache mit Generaloberst von Conrad am 3. Juli in Teschen hatte er ferner vorgeschlagen, die 11.Armee durch die ganze Südarmee zu ver¬ stärken, um dem Stoße der Heeresgruppe Mackensen größten Nachdruck zu verleihen. Da indessen der ö.-u. Generalstabschef Bedenken äußerte, ob dann die nach Osten gerichtete Deckungsfront noch stark genug bleiben würde, hatte man sich schließlich darauf geeinigt, der Südarmee nach Erreichen der ZlotaLipa zunächst nur zwei Divisionen zur Verstärkung der 11. Armee zu entnehmen. Am Abend des 3. Juli wies nunmehr General von Falken¬ hayn das Armee-Oberkommando 11 dringend darauf hin, daß eine Ver¬ zögerung des Vormarsches vermieden werden müsse, „denn je länger der Feind Zeit und die Bahn bei Lublin in der Hand behalte, um so schwerer werde er zu schlagen sein". Generalfeldmarschall von Mackensen konnte ihm jedoch am Morgen des 4. Juli melden, daß die ö.°u. 4. Armee, die inzwischen am 3. Juli ihren Einbruch östlich von Krasnik erheblich erweitert hatte, keineswegs angehalten worden sei; vielmehr sollte sie gemeinsam mit dem linken Flügel der 11. die Offensive fortsetzen. Diese Meldung verband er jedoch pflichtgemäß mit dem Hinweis, daß bei den angreifenden Armeen bereits ein sehr starker Kräfteverbrauch eingetreten sei, und daß die Masse der 11. Armee zu neuem Angriffe erst befähigt sein werde, wenn durch den Einsatz der ö.°u. 1. Armee etwa am 13. Juli eine wirksame Entlastung für sie erfolge. General von Falkenhayn wies nunmehr am Abend des 4. Juli das Armee-Oberkommando 11 nochmals dringend darauf hin, daß eine Ver¬ zögerung des Vormarsches vermieden werden müßte. Auch wandte er sich aufs neue an Generaloberst von Conrad mit der Bitte, die Ablösung des Beskidenkorps durch die 2. Armee und den Antransport der 1. Armee zu beschleunigen. Gleichzeitig ersuchte er um Zustimmung zur sofortigen Ab¬ gabe der beiden Divisionen der Südarmee sowie ihres Oberkommandos zur Bildung einer neuen Armee im Verbände der Heeresgruppe Mackensen. Die Fortsetzung der Teiloffensive brachte zunächst noch einige Erfolge. 4. ots s. su«. Am 4. Juli gelang es dem linken Flügel der 11. Armee, unter Kämpfen die Linie Plonka—Turobin zu erreichen. Auch der Angriffskeil der 4. Armee *) Vgl. S. 281 Anm. 4.