326 Der Angriff des Oberbefehlshabers Ost gegen die russische Narew-Front. 26. Juli, zwischen der 4. Garde-Infanterie-Division über den Fluß nachgeführt worden war. Der Brückenkopf auf dem Ostufer des Rarew bei Rozan war damit in dreitägigem Kampfe aber doch erst auf etwa drei Kilometer Tiefe erweitert, dabei allerdings auch gegen Norden. Das — hoffte man — werde der 2. Infanterie-Division bei Kamionka zugute kommen, die immer noch unter den schwierigsten Verhältnissen um den Übergang kämpfte. Trotz ernster Verluste wollte Generalleutnant von Falk hier nicht nachgeben, sondern verstärkte weiterhin die übergegangenen Teile, ohne daß diese aller¬ dings wesentlich nach vorwärts Raum gewannen. Bei Ostrolenka traten neue Verzögerungen ein. General von Gallwitz, der auf rasches Vorwärtskommen gerade an dieser Stelle besonderen Wert legte und daher drängte, mußte den Einwendungen des Generals von Eben nachgeben, der den Kbergang nach den Erfahrungen von Kamionka nur nach gründlicher Vorbereitung ausführen lassen wollte. Generalmajor Freiherr von Watter, der Kommandeur der anrückenden 54. Infanterie-Division, meldete, daß er bei allem Streben nach Beschleunigung doch erst am 28. übergehen könne. Dazu wirkte unter anderem mit, daß die ungewohnten Wegeverhältniffe des Ostens für seine aus dem Westen kommenden Fahr¬ zeuge große, durch Regengüffe noch gesteigerte Schwierigkeiten boten. Auch bei der 8. Armee wurden am 26. Juli kaum Fortschritte erzielt. Zwei Bataillone der 75. Reserve-Division erreichten das linke Rarew- Afer; ihre Lage drohte aber schwierig zu werden, als der Gegner durch Artilleriefeuer und Scheinwerferbeleuchtung auch hier den Brückenschlag hinderte. In einer vormittags von der Obersten Heeresleitung unmittelbar ein¬ geforderten Meldung über die Lage hatte General von Gallwitz über seinen jetzigen Auftrag berichtet und seine Kräfte gegen den bisher gegen¬ überstehenden Feind als ausreichend bezeichnet. Zu wirksamer Fortsetzung des Angriffs brauche die Truppe aber eine Ruhepause und vor allem Munition. In der Vorwärtsbewegung mußten daher weitere Stockungen eintreten. General von Gallwitz beschäftigte sich mit dem Gedanken, nun¬ mehr zunächst alle Kraft dem linken Flügel zuzuwenden, mit dem er dann nach Süden einschwenken wollte. Den seines Erachtens weniger dringlichen Angriff des rechten Flügels wollte er aber doch noch verschieben. e) Der Stillstand im Angriff vom 27. Juli bis 6. August. 27.3»«. Für den rechten Flügel und die Mitte der Armee-Gruppe Gallwitz war der 27. Juli nach den schweren Kämpfen des 26. im wesent¬ lichen ein Tag des Stillstandes. In manchen Abschnitten beobachtete die Truppe, wie der Gegner seine Stellungen ausbaute und verdrahtete; aber