510 Der Angriff des Oberbefehlshabers Ost gegen die russische Narew-Front. Bei der 8. A r m e e hatte die 75. Reserve-Division den Rarem, der hier nur sehr wenig Wasser führte, am 20. Juli an der Szkwa-Mündung erreicht, die 10. Landwehr-Division war dis unmittelbar vor Rowogrod gelangt. Die Armee meldete, sie habe Aussicht, an diesen beiden Stellen über den Fluß zu kommen, und erbat dazu die Verstärkung ihres rechten Flügels durch eine Division. Angesichts der Schwierigkeiten, die sich bei der Armee-Gruppe Gallwitz gezeigt hatten, erwog der Oberbefehls- Hab er O st daher vorübergehend, die nach Willenberg rollende 83. Infan¬ terie-Division bis Kolno weiterzufahren, ließ diesen Gedanken dann aber wieder fallen, da er eine Zersplitterung der Kräfte bedeutet hätte. Cr hatte das feste Vertrauen, daß der Angriff der Armee-Gruppe Gallwitz gelingen müsse. Am Morgen des 21. Juli sah General v o n G a l l w i tz die Lage be¬ ruhigter an als unter dem Eindruck der Abendnachrichtew), doch glaubte er mit Wiederholung der russischen Angriffe rechnen zu müssen. Andererseits war er sich darüber klar, daß baldige Fortsetzung des eigenen Angriffs, auf die auch der Oberbefehlshaber Ost immer wieder drängte, geboten sei. Die Vorbereitungen waren jedoch weder beim Korps Plüskow noch beim Korps Matter so weit gediehen, daß schon am 22. Juli ein voller Erfolg gewährleistet schien. Daher war General von Gallwitz damit einverstanden, daß der Angriff beim Korps Plüskow aus den Morgen des 23. Juli ver¬ schoben und dann möglichst in einem Zuge bis zu den Vrückenstellen durch¬ geführt werden sollte. Auch vor Rozan wollte General von Matter am 22. nur einen weiteren Teil der Vorstellungen nehmen, um am 23. den Angriff gegen die innere Linie durchzuführen. Da sich der Gegner zwischen Pultusk und Rozan, wo er nach wie vor mit Teilen auf dem rechten Rarew-Üfer stand, jetzt ruhig verhielt, sollte auch das XVII. Armeekorps wieder an¬ greifen, indem es in der Nacht zum 23. Juli den Übergang erzwang, dieses Mal aber nicht wieder im Vogen von Ostrykol, sondern weiter westlich im unmittelbaren Anschluß an den Angriff des Korps Plüskow. Außerdem wollte in derselben Nacht auch das Korps Eben im Raume nördlich von Rozan den Übergang erkämpfen, ebenso die 8. A r m e e an der Szkwa-Mün¬ dung. Damit stand für den 23. Juli der allgemeine Angriff in dem im ganzen 75 Kilometer breiten Raume von Pultusk bis zur Szkwa in Aussicht. Das Armee-Oberkommando Gallwitz war noch am 21. Juli nach Krasne vor- verlegt worden. Als General von Gallwitz ant Vormittage des 22. Juli auf unmittel¬ bare Anfrage an General von Falkenhayn über Lage und Absichten 0 von Gallwitz, S. 295.