Maßnahmen der Russen. 303 gel die Stellungen um Ciechanow hielt. So standen am 15. Juli insgesamt etwa fünf russische Divisionen?), davon zwei schwer erschüttert, in vor¬ bereiteter Stellung gegen elf angreifende deutsche Divisionen. Aber die Munition war knapp; die herangeführten Verstärkungen waren zunächst ohne Kolonnen eingetroffen. Der russische rechte Flügel war etwas dichter als der linke beseht. Gegen diesen gelang der deutsche Durchbruch bei Zielona vor allem dank planmäßiger Vorbereitung durch die an Zahl mehr als dreifach überlegene deutsche Artillerie. Als Ergebnis berichtet die rus¬ sische Darstellung, daß die hier nochmals besonders schwer getroffene 11. sibi- rische Division damit als Kampfverband zu bestehen aufgehört habe. Während die östlich des Orzyc anschließende Front der russischen 12. Armee in der Nacht zum 16. Juli planmäßig zurückgenommen wurde, hoffte der Oberbefehlshaber der 1. Armee, die Lage bei Zielona unter Ein¬ satz der inzwischen herangekommenen y2i40. Infanterie-Division (IV. Korps) wieder herzustellen. Cr befahl den allgemeinen Angriff des I. sibirischen und I. turkestanischen Korps, mußte diesen Befehl aber wegen der von der Front einlaufenden Nachrichten alsbald wieder abschwächen. Die Truppen des I. turkestanischen Korps hielten nicht mehr stand; der Mangel an Munition für Geschütze und Gewehre stieg. Der Armeeführer sah sich daher genötigt, mittags den Rückzug zu befehlen, um, gestützt auf anrückende neue Verstärkungen, den Widerstand weiter nach rückwärts zu verlegen. Die Kämpfe des 17. Juli lösten dann den Entschluß aus, das ganze rechte Narew-Afer aufzugeben und dort nur noch die Vrückenkopfstellungen vor Rozan, Pultusk und Nowogeorgiewfl zu halten. Die Munitionslage war von Tag zu Tag verzweifelter geworden. Alles in allem war es den Rüsten gelungen, dem weit überlegenen Gegner in zähem Ringen erheblichen Widerstand zu leisten. Am 13. Juli hatten einschließlich der Reserven etwa 100 deutsche Bataillone und gegen 600 Geschütze zum Angriff bereitgestanden, ihnen gegenüber nur etwa 50 rus¬ sische Bataillone mit 150 Geschützen; allmählich aber war die deutsche Überlegenheit durch das Herankommen feindlicher Verstärkungen beträchtlich gesunken. Rach russischer Austastung ist die deutsche Vorwärtsbewegung durch das Fehlen ausreichender Reserven und das daher erforderliche wiederholte Abschwenken gegen noch stehende Teile des Gegners erheblich verlangsamt worden. Für die ersten Tage, und hier insbesondere für das Abdrehen des Korps Plüskow am 15. Juli nach Westen gegen Ciechanow"), mag dies 0 I. sib. Korps, %I. turk. Korps, 30. Div. des IV. Korps, 14. K. D. a) S. 291 ff.