Die Frage der weiteren Angriffsrichtung. 295 einen festen Platz mehr und vor die ungeschlagenen Truppen des IV. sibi¬ rischen und V. Korps. Als er schließlich „die bestimmte Frage" stellte, ob er Ostrolenka angreifen solle, gab ihm „der Feldmarschall, der bei Luden¬ dorff war, daraufhin sogleich Freiheit des Handelns; auch letzterer lenkte ein'"). Dafür war maßgebend, daß auch jetzt noch in erster Linie der tak¬ tische Erfolg, Bezwingung der Narew-Linie, erstrebt wurde. Dabei aber wollte auch General Ludendorff dem Oberkommando Gallwitz, zu dem er Vertrauen hatte, in seinen Entschließungen möglichst freie Hand taffen2). So blieb es bei dessen Absichten. Nach Abschluß der Bewegungen am Abend des 15. Juli nahm General von Gallwitz an, daß sich die Russen in der Linie Nowogeorgiewsk— vorgeschobene Stellungen von Pultusk—Gegend von Vogate—Orzyc fest¬ setzen und versuchen würden, sich in dieser, gegen früher wesentlich verkürzten Linie zu halten. Cr befahl die Fortsetzung des Angriffs in südlicher und südöstlicher Richtung. Dazu sollte der linke Flügel des XVII. Armeekorps den Feind in den starken Stellungen von Vogate „nur beschäftigen", um vor allem das Herumschwenken des deutschen rechten Flügels wirken zu lassen. Ant 16. Juli hielt der Gegner vor der langgestreckten Front des Korps ie.su«. Dickhuth und vor dem rechten Flügel des Korps Suren sein vorbereitetes zweites Stellungssystem; die Stoßkraft dieser deutschen Truppen reichte in keiner Weise aus, ihn hier mit Gewalt zu vertreiben. Dagegen hatte er das durch Umfassung bedrohte Städtchen Ciechanow nachts geräumt. Die 86. In¬ fanterie-Division des Korps Plüskow konnte acht Geschütze als Beute ihres nächtlichen Nachstoßens melden. Weiter östlich war der Feind unter Nach. Hutkämpfen im Weichen. Das Korps drängte aber befehlsgemäß zunächst in südwestlicher Richtung vor, gegen die Rückzugsstraßen des von Ciechanow abziehenden Gegners, wobei es gelang, eine attackierende russische Kaval¬ lerie-Brigade zusammenzuschießen, und nahm erst nachmittags wieder die entscheidende Stoßrichtung gegen Pultusk auf. Inzwischen hatte sich der feindliche Widerstand im Anschluß an die noch gehaltenen Stellungsteile nördlich von Sochocin einerseits und von Vogate andererseits von neuem verstärken können. Vis zum Abend kam der linke Flügel des Korps Suren bis östlich von Sonsk, im Anschluß daran stand das Korps Plüskow, dessen Mitte, an der Pultusker Straße vorgehend, bis Stary Golymin gekommen war, während seine beiden Flügel etwas abhingen. Sehr viel schwerer war der Tag für das XVII. Armeekorps und das x) von Gallwitz, 6. 283. 2) Mitteilung des Generals Ludendorff vom Dezember 1931 an das Reichsarchiv.