Die Kämpfe der ö.-u. 7. Armee am Dniester. 239 Zarte und wechselvolle Kämpfe hatte auch die ö.-u. 7. Armee in15.ets22.3unt. diesen Tagen noch um die Dniester-Linie zu bestehen. Ihr linker Flügel konnte am 15. Juni dem Gegner den Brückenkopf von Nizmow entreißen. Hingegen sah sich General von Pflanzer-Baltin am gleichen Tage genötigt, das im Raum zwischen Pruth und Dniester ostwärts angreifende Korps Korbet in die Linie Vojan— Horoszowa zurückzunehmen, da nach einem auf¬ gefangenen russischen Befehl mit einem feindlichen Vorstoß über den Dniester unterhalb Zaleszczyki gerechnet werden mußte. Die Flußsiche¬ rung in der Lücke zwischen dem Korps Korda und der Gruppe Kaiser wurde der halben 8. und 10. Kavallerie-Division übertragen, dahinter um Zastawna aus je einer Brigade der 8. und 5. Kavallerie-Division sowie Teilen des Korps Krautwald eine Armeereserve gebildet. Der Angriff des Gegners erfolgte indessen nicht, wie erwartet, von Norden her, sondern gegen die Front des Korps Korda, das in der Nacht zum 16. ungestört seine neuen Stellungen hatte beziehen können. Es mußte sich an den folgenden Tagen immer wiederholter Massenanstürme des russischen XXXII. Korps und 3. Kavalleriekorps erwehren, was nur unter Einsatz der Armeereserve ge¬ lang. Die jetzt nördlich des Korps Korda vereinigten vier Kavallerie- Divisionen (ungarische 5., ö.-u. 6., 8. und 10.) wurden zu einer Gruppe unter Feldmarschalleutnant von Venigni zusammengefaßt und diese durch eiligst vom linken Armeeflügel heranbeförderte Kräfte verstärkt, da nach neuen Nachrichten nun auch russische Angriffe vom nördlichen Dniester-Afer her zu erwarten standen. In der Tat besetzte der Feind am 20. die Dniester-Schleife westlich von Ascie Biskupie und ging tags daraus von hier und aus dem großen Waldgebiet östlich von Rzawiency zum konzentrischen Angriff vor. Der Verteidiger mußte auf die Höhen westlich von Onuth zurückweichen; hier schlug er am 22. Juni alle Anstürme des Gegners ab. Auf dem linken Armeeflügel waren nach der Einnahme des Brücken¬ kopfes von Nizniow an der Dniester-Strecke von Ostra bis Maryampol nur schwächere Teile der Gruppe Schönburg zurückgeblieben. Die Hauptkräfte seines Westflügels hatte General von Pflanzer-Baltin über den Dniester gegen die Linie Potok Zloty—Koropiec angesetzt, um den Feind durch Rückenbedrohung zur Aufgabe seiner Stellungen südlich des Flusses bei Czernelica zu zwingen. Mit der einheitlichen Führung der Operation war General von Rhemen beauftragt worden. Bereits in der Nacht zum 16. Juni faßte die Gruppe Czibulka in der Flußschleife südlich von Kosmier- zyn Fuß. Im Laufe des Tages vollzogen auch Teile der Gruppe Schön¬ burg und des Korps Rhemen bei und südlich von Ostra den Übergang. In verlustreichen, durch die Geländegestaltung äußerst erschwerten Kämpfen