204 Der Sommerfeldzug der Verbündeten in Galizien. 8. Die Kämpfe auf dem rechten Heeresflügel vom 4. bis 13. Juni. Karten 5 und 6, Skizzen 17 und 18 Der in den Weisungen der ö.-u. Heeresleitung vom 4. Juni enthaltene Auftrag für die deutsche Südarmee deckte sich ganz mit den Ab¬ sichten ihres Führers, des Generals von Linsingen. Dieser hatte bereits am 3. Juni der Heeresleitung in Teschen gemeldet, daß seine Armee am nächsten Tage auf ihrer ganzen Front — mit dem linken Flügel aus der Linie Strzalkow—Chodowice—Pokrowce — zum Angriff in südöstlicher Richtung antreten werde, um den Gegner vor der ö.-u. 7. Armee aufzurollen. Cr hatte hierfür die Unterstellung des linken Flügels dieser Armee unter seinen Befehl beantragt. In seiner ablehnenden Antwort hatte General von Conrad mitgeteilt, daß die 7. Armee zur Zeit vom Gegner heftig an¬ gegriffen werde und aller Kräfte bedürfe, daß sie aber nach Abweisung des feindlichen Vorstoßes mit Nachdruck in die Offensive der Südarmee ein¬ greifen werde. Nach vierzehntägiger Kampfpause war nämlich die russische 9. Armee am 2. Juni von neuem zum Angriff gegen die Mitte der ö.-u. 7. Armee vorgegangen. Während sie östlich von Kolomea und bei Lanczyn nur vor¬ übergehend auf das Südufer des Pruth gelangt war, hatte sie südlich von Sadzawka festen Fuß fassen können. Durch fortgesetzte Vorstöße suchte sie hier am 3. Juni weiter auf Mlodiatyn Raum zu gewinnen. Der Führer der ö.-u. 7. Armee, General der Kavallerie Freiherr von Pflanzer-Baltin, setzte alle verfügbaren Armeereserven zur Gruppe Czibulka in Marsch, die in scharfem Abwehrkampf den feindlichen Einbruch abzuriegeln bemüht war. Da sich die Lage am Nachmittag nicht unbedenklich zuspitzte, mußte von einer Offensive des linken Armeeflügels einstweilen abgesehen werden. So war die Südarmee zunächst auf sich allein angewiesen. Das am 3. Juni von Fliegern beobachtete Herausziehen von Kräften aus der Front gegenüber den Korps Gerok und Hofmann nach Norden ließ indessen nun auch hier ein baldiges Nachlassen des feindlichen Widerstandes er¬ hoffen. General von Linsingen machte daher in dem spät abends aus¬ gegebenen Armeebefehl beiden Korps zur Pflicht, „einen etwa beginnenden Rückzug des Gegners durch schnelles und ungestümes Nachdrängen in Flucht zu verwandeln". Das Korps Vothmer sollte seinen umfaffenden Angriff gegen den feindlichen rechten Flügel südlich des Dniester fort¬ setzen, die ö.-u. 1. Kavallerie-Division über Hnizdyczow auf Krechow vor¬ stoßen, die Gruppe Szurmay am Dniester von Nadiatycze bis Kolodruby sichern und mit der ungarischen 40. Infanterie-Division Derzow erreichen.