Der Durchbruch der Südarmee bei Stryj. 195 stieß die rechte Angriffsgruppe durch Stryj hindurch bis an den Ost- und Nordrand der Stadt vor, w-o eiligst herangeführte russische Reserven vorerst Halt geboten. Der äußerste rechte Flügel der Division nahm Vratkowce. Die linke Angriffsgruppe warf den Gegner über die Eisenbahn auf Zapla- tyn und über den Riezachowka-Bach zurück, vermochte aber das Tagesziel, die Linie Dobrzany—Vrigidau, nicht mehr zu gewinnen. Auf dem rechten Flügel der 38. Infanterie-Division wurde die Brigade Kumme, die dem wei¬ chenden Gegner auf Stupnica gefolgt war, südlich dieses Dorfes von einem russischen Massenstoß getroffen, der erst nach längerem, hin- und herwogendem, besonders erbittertem Ringen abgewehrt werden konnte. Vor dem linken Flü¬ gel der Division und vor der Gruppe Szurmay hielt der Feind seine Stel¬ lungen mit großer Zähigkeit fest. Nur einen Stützpunkt südöstlich von Gaje wyzne vermochte ihm die 40. Infanterie-Division gegen Abend zu entreißen. Auf dem rechten Armeeflügel trat keine Änderung ein. Die vom Korps Hof¬ mann befürchtete Fortführung der feindlichen Offensive erfolgte nicht. Der linke Flügel der 7. Armee stieß mit 24 Bataillonen der Gruppe Schön- bürg*) bis in die Gegend beiderseits von Maniawa und südlich und west¬ lich von Majdan vor, wo er auf hartnäckigen Widerstand traf und schwere Verluste erlitt. Am Nachmittag zwang ein heftiger russischer Gegenstoß von Majdan her die ganze Gruppe zum Zurückgehen in die Ausgangs¬ stellungen. Ein um 2® nachmittags aus Teschen eingehender Befehl umriß noch¬ mals die dem rechten Heeresflügel gestellte Aufgabe. Danach sollte die Südarmee „bei weiterem Vordringen gegen den Dniester bei Kolodruby und Mikolajow sichern und den Angriff in östlicher Richtung fortsetzen". Ihm hatte sich die 7. Armee vom linken Flügel aus, dem die Richtung auf Stanislau gewiesen wurde, anzuschließen. Vorerst hatte sich indessen der in seine Ausgangsstellungen zurück- i.J««,. gewichene linke Flügel der 7. Armee heftiger russischer Angriffe, beson¬ ders östlich des Dyl und südwestlich von Majdan, zu erwehren. Auch in der zum rechten Flügel der Südarmee bestehenden Lücke zwischen dem Lomnica- und Czeczwa-Tale fühlte der Gegner mit stärkeren Kräften vor. Bei dem den Korps Gerok und Hofmann wie auch der 1. Infanterie-Division gegen¬ überliegenden Feinde machte sich eine Einwirkung des Durchbruchs bei Stryj am 1. Juni noch nicht bemerkbar. Die Russen hielten hier ihre Stellungen immer noch stark besetzt. Der linke Armeeflügel hingegen konnte weitere, zum Teil sehr beträchtliche Fortschritte machen. Die 3. Garde- *) Feldzeugmeister Ljubicic war inzwischen durch den Führer der ö.-u. 6. I. D., Feldmarschalleutnant Fürst Schönburg, ersetzt worden. 13*