Der Angriff auf Iaroslau. 143 gen über einen toten San-Arm nördlich von Iaroslau zurück und konnte dann erst gegen Abend mit ihrem rechten Flügel gegen die Nordfront der Stadt durchdringen. Der Kommandierende General des L. A r m e e k o r p s, General der Infanterie von Cmmich, hatte unter dem Eindruck, daß der Feind den Rückzug fortsetzte, um llso vormittags der vorerst allein verfügbaren 19. In- fanterie-Division — die 20. befand sich im Marsch nach Lancut — die Verfolgung befohlen. Sie sollte mit Vortruppen die Vrückenstelle bei Nie- lepkowice erreichen. Da indessen feindlicher Widerstand bei Wola Vuchowska das Vorgehen in der linken Flanke bedrohte, entschloß sich Generalleutnant Hofmann, die Hauptkraft seiner Division zunächst hiergegen anzusetzen. Zu ernstem Gefecht kam es am Abend nicht mehr. Angesichts der Entwicklung, die die Kämpfe am 14. Mai in der Mitte und auf dem linken Flügel der 11. Armee genommen hatten, kam das vom Oberkommando vorgesehene planmäßige Angriffsverfahren nicht mehr in Betracht. Andererseits hatte sich aber auch der Eindruck verstärkt, daß das östliche San-Üfer nicht mehr durch einen Überraschungserfolg zu ge¬ winnen sei. Vielmehr war auch weiterhin mit Kämpfen noch diesseits des San zu rechnen. Vor der ö.-u. 4. Armee war der Feind hinter den unteren Wislok und den San oberhalb von Krzeszow ausgewichen. Der rechte Flügel, auf dem der operative Schwerpunkt lag, erreichte kampflos den San unterhalb der Wislok-Mündung. Auch die Heereskavallerie (% 2. und 11. Kavallerie- Division) wurde dorthin gezogen. Der linke Armeeflügel schwenkte zur Sicherung der Flanke gegen eine im Waldgelände des San—Weichsel- Winkels südöstlich von Sandomierz erkannte feindliche Stellung ein. Die ö.-u. 3. Armee gelangte mit ihrem linken Flügel noch nicht an die Stellungen des Festungsbereichs heran. Auf ihrem rechten Flügel erreichte das Veskidenkorps in der Verfolgung Dobromil. Die ö.-u. 2. Armee gewann die Karpaten-Ausgänge beiderseits von Stary Sambor. Am 15. Mai schob die 119. Infanterie-Division Sicherun¬ gen gegen die Nordwestfront von Przemysl vor. Damit wurde die 11. bayerische Infanterie-Division für den unmittelbaren Flankenschutz des nunmehr ebenfalls zum Angriff gegen den San schrei¬ tenden XXXXJ.Reservekorps frei; sie ging gegen den Rada-Vach vor. Erkundungen ergaben, daß die an die Festung anschließende Rada-Stellung und auch die weiter nördlich um Ostrow gruppierten Stellungen stark besetzt waren. Gegen diese war das XXXXI. Reservekorps in den Vor¬ mittagsstunden zum Angriff mit dem Ziel Radymno—Tuczepy angesetzt worden. Cs gelang jedoch nur dem rechten Flügel und der Mitte des 15. Mai.