134 Die Front des Oberbefehlshabers Ost bis zum 2. Juli. 2 y2Armeekorps auf Vlonie durchgestoßen werden. Demgegenüber be¬ stimmte der Oberbefehlshaber Ost, daß es auf „Nachdrängen bis zur Vlonie-Stellung" weniger ankomme als darauf, „durch Nachstoßen in südöstlicher Richtung einen möglichst großen taktischen Erfolg zu er¬ zielen". Beim Angriff war dem XVII. Armeekorps der Hauptstoß zu¬ gedacht, je eine Division der Nachbarabfchnitte sollte sich rechts und links anschließen. An Reserven hielt das Armee-Oberkommando eine Infanterie- Division und eine Kavallerie-Vrigade bereit. Die Armee-Gruppe G a l l w i h erhielt Weisung, durch eigene Unternehmungen den Feind zu binden, damit er keine Reserven an die Durchbruchsstelle schicken könne. Am 22. Mai waren die Vorbereitungen abgeschlossen, der Angriff mußte aber wegen Ostwindes verschoben werden. z».«ndsi.Mat. Erst am Nachmittage des 30. Mai ließ die Wetterlage mit günstigem Wind für die kommende Nacht rechnen. Die Bereitstellung zum Angriff wurde besohlen; gegen 12 000 Gasflaschen waren eingebaut. Von 52 bei der Armee befindlichen schweren Batterien standen etwa 20 zur Wirkung in den im ganzen zwölf Kilometer breiten Angriffsraum bereit. General- feldmarschall Prinz Leopold begab sich auf den Gefechtsstand westlich von Volimow. Am 31.Mai, um 245 früh, wurde das Gas abgeblasen; die Wolke bewegte sich gegen die russischen Stellungen. Eine halbe Stunde später aber meldete das XVII. Armeekorps, das Gas sei anscheinend zu schnell über den Gegner hinweggegangen, Handgranatentrupps seien wegen russischen Feuers liegengeblieben. Um vorgehen zu können, forderte die Infanterie gründliche Artillerievorbereitung. Das Armee-Oberkom¬ mando ließ den Angriff einstellen. Die Erwartungen waren ent¬ täuscht worden. Noch am 28. Mai hatte die Oberste Heeresleitung in anderem Zusammenhange4) dem Oberbefehlshaber Ost gegenüber geäußert: „Um unsere Operationen gegen Warschau vorzutragen, werden die an Vzura und Rawka jetzt stehenden Kräfte ausreichen, wenn das Gasmittel einigermaßen hält, was man nach den bisherigen Leistungen von ihm er¬ warten darf." Cs hatte aber bei weitem nicht die Wirkung gehabt, die die Truppe nach den ihr übermittelten Erfahrungen erhofft hatte. Sie war nur mit sehr unvollkommenen Gasschuhmitteln ausgestattet und hatte daher bei 374 Mann Gesamtverlust 56 Gaskranke. Man hielt es für möglich, daß die Russen vorher gewarnt seien und Schutzmittel angewandt hätten. Den Hauptgrund für das Versagen des noch wenig erprobten Kampfmittels sah man aber darin, daß starker, stoßweiser Wind die durch zu langsames Abblasen an sich schon nicht genügend dichte Gaswolke hoch-